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Bayern
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Bayern (; Ländercode BY; amtlich Freistaat Bayern) ist eines der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland und liegt in deren SĂźdosten. Es ist das flächengrĂśĂte Land Deutschlands und mit rund 13,2 Millionen Einwohnern das zweitbevĂślkerungsreichste deutsche Land. Die Landeshauptstadt und bevĂślkerungsreichste Stadt ist MĂźnchen mit Ăźber 1,5 Millionen Einwohnern.
Der Freistaat hat im SĂźden Anteil am Hochgebirge der Ostalpen und an dem bis zur Donau reichenden flachen Alpenvorland. NĂśrdlich der Donau bestimmen Mittelgebirge wie der Bayerische Wald oder das Fichtelgebirge das Landschaftsbild.
Seine staatsrechtliche Ordnung beruht auf der Verfassung des Freistaates Bayern. Die Bezeichnung Freistaat trägt Bayern seit 1918 mit der Ausrufung als Republik und dem damit verbundenen Ende des KÜnigreichs Bayern.
Bereits im Jahre 555 n. Chr. und damit rund 500 Jahre vor der Verwendung des Begriffs deutsch im heutigen Sinn ist das ältere bayerische Stammesherzogtum nachgewiesen, das Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs wurde. Unter den Karolingern entstand erstmals ein baierisches KĂśnigtum. Nach dem Ende der Herrschaft der Karolinger erstarkte die baierische Eigenständigkeit im jĂźngeren bayerischen Stammesherzogtum. Mit Beginn der Herrschaft der Wittelsbacher 1180 folgte der Ăbergang zum Territorialstaat. Sie regierten Bayern Ăźber 700 Jahre bis 1918. Baiern war KurfĂźrstentum des Heiligen RĂśmischen Reiches und ab 1806 KĂśnigreich. Durch die Verfassungen von 1808 und 1818 wurde Bayern konstitutionelle Monarchie. Bayern konnte auf dem Wiener Kongress 1814 als eine der Siegermächte einen groĂen Teil der Gebietsgewinne behalten; unter anderem kamen Teile Frankens, Schwabens und die neugeschaffene linksrheinische Pfalz zu Bayern. 1918 brach die Wittelsbachermonarchie in der Novemberrevolution zusammen. In der Weimarer Republik verlor Bayern seine Reservatrechte weitgehend zugunsten des Reichs. Nach der NS-Machtergreifung erfolgte schrittweise die Aushebelung sämtlicher politischen MĂśglichkeiten Bayerns, so des Bayerischen Landtags, aber auch der bayerischen StaatsbĂźrgerschaft. Die US-amerikanische Besatzungsmacht stellte Bayern 1945 offiziell wieder als unabhängigen Staat her. Die Pfalz wurde 1946 von Bayern abgetrennt und ist heute Teil von Rheinland-Pfalz. 1949 grĂźndete der Freistaat unter Vorbehalten die Bundesrepublik mit.
Traditionell gliedert es sich in die drei Landesteile und âStämmeâ Altbayern (Bezirk und Regierungsbezirk Oberpfalz, Ober- und Niederbayern), Franken (Ober-, Mittel- und Unterfranken) und Schwaben. Die Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten werden als vierter Stamm bezeichnet.
Contents
⢠Geographie
⢠Gewässer
⢠Schutzgebiete
⢠Klima
⢠Flora
⢠Fauna
⢠Geschichte
⢠Antike
⢠Kurfßrstentum
⢠KÜnigreich
⢠BevÜlkerung
⢠Demografie
⢠Gesundheitswesen
⢠Politik
⢠Staatsaufbau
⢠Legislative
⢠Exekutive
⢠Judikative
⢠Haushalt
⢠Wahlrecht
⢠Militär
⢠Bayern in Europa
⢠Bayern im Bund
⢠Konsulate
⢠Auszeichnungen
⢠Hoheitszeichen
⢠Planungsregionen
⢠Gemeinden
⢠Tourismus
⢠Energie
⢠Medien
⢠BayernWLAN
⢠Verkehr
⢠Kultur
⢠Musik
⢠Film
⢠Kßche
⢠Veranstaltungen
⢠Kleidung
⢠Industriekultur
⢠UNESCO-Welterbe
⢠Museen
⢠Gartenschauen
⢠Mßnzen
⢠Feiertage
⢠Bildung
⢠Schulsystem
⢠Sport
⢠Ballsportarten
⢠Wintersport
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Monographien
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geographie
Der Freistaat hat im SĂźden Anteil am Hochgebirge der Ostalpen und an dem bis zur Donau reichenden flachen Alpenvorland. NĂśrdlich der Donau bestimmen Mittelgebirge wie der Bayerische Wald oder das Fichtelgebirge das Landschaftsbild. Auch besitzt Bayern im Westen, zwischen NĂśrdlinger Ries und dem Donauried bei Dillingen an der Donau, Anteile an der Schwäbischen Alb, auch als Riesalb bekannt. Ăstlich vom NĂśrdlinger Ries erstreckt sich die Fränkische Alb. Mit Mainfranken besitzt Bayern eine der wichtigsten Weinregionen Deutschlands.
Gebiet und Landschaft
Als Binnenland grenzt Bayern an folgende Staaten: im Osten an Tschechien, im SĂźdosten und SĂźden an Ăsterreich, im SĂźdwesten Ăźber den Bodensee an die Schweiz und an die deutschen Bundesländer Baden-WĂźrttemberg (im Westen), Hessen (im Nordwesten), ThĂźringen (im Norden) und Sachsen (im Nordosten). Die Landesgrenze Bayerns ist insgesamt 2705 Kilometer lang. Bayern grenzt, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn an Baden-WĂźrttemberg (829 Kilometer Grenzlänge), Hessen (262 Kilometer), ThĂźringen (381 Kilometer), Sachsen (41 Kilometer), an die tschechischen Regionen Karlsbad, Pilsen und SĂźdbĂśhmen (357 Kilometer), an die Ăśsterreichischen Bundesländer OberĂśsterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg (816 Kilometer) sowie an die Schweizer Kantone Kanton St. Gallen und Kanton Thurgau (insgesamt 19 Kilometer), wobei der Grenzverlauf im Bodensee nicht festgelegt ist.
Bis 1990 bildete die Grenze zu ThĂźringen, Sachsen und der damaligen Tschechoslowakei einen Abschnitt des Eisernen Vorhangs. Sie stellte durch die Grenzsicherungsanlagen eine physisch nahezu unĂźberwindbare Trennung zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt dar. Bei Prex gab es ein Dreiländereck. Nicht zum bayerischen Staatsgebiet und daher nicht zum deutschen Bundesgebiet gehĂśren die im privatrechtlichen Eigentum Bayerns stehenden Saalforsten in Ăsterreich. Andererseits gehĂśrt der Egerer Stadtwald, der historisch zur bĂśhmischen Stadt Eger (tschechisch Cheb) gehĂśrt, zum bayerischen Staatsgebiet und wird von einer Stiftung verwaltet.
Bayern liegt in SĂźddeutschland und umfasst:
⢠die Bayerischen Alpen im Sßden
⢠das ostbayerische Mittelgebirge und
⢠die Stufenlandschaft der Schwäbischen und Fränkischen Alb.
Die Bayerischen Alpen im äuĂersten SĂźden Bayerns gehĂśren zu den NĂśrdlichen Kalkalpen. Bayern ist das einzige deutsche Bundesland, das Anteil an den Alpen hat. Meist werden unter den Bayerischen Alpen nur die zwischen den FlĂźssen Lech und Saalach gelegenen Gebirgsteile verstanden. In diesem engeren Sinn zählen daher die Allgäuer Alpen, auf die sich das bayerische Staatsgebiet erst seit jĂźngerer Zeit erstreckt, und die Berchtesgadener Alpen nicht zu den Bayerischen Alpen, nicht zu verwechseln mit dem Begriff der Bayerischen Voralpen, die nĂśrdlich an das Gebirge angrenzen. Letztere umfassen den bayerischen Anteil der Voralpen zwischen der Loisach im Westen und dem Inn im Osten. Während die Voralpen nur vereinzelt ausgeprägte Kalkfelswände haben, sind die Alpen durch die im Jungpleistozän entstandenen Kare, Seen und die typischen U-Täler durch Gletscher geprägt. Ablagerungen der eiszeitlichen FlĂźsse sowie vor allem die Gletscher lieĂen insbesondere im Alpenvorland eine hĂźgelige Landschaft mit Seen und Mooren entstehen. Dort liegen etwa der Chiemgau, das FĂźnfseenland und das Allgäu.
Während zwischen den Alpen und sĂźdlich der Donau das Gelände flach bis hĂźgelig ist, liegen nĂśrdlich davon mehrere Gebirge, die eine HĂśhe von Ăźber tausend Metern erreichen, darunter beispielsweise der Bayerische Wald mit dem GroĂen Arber als hĂśchstem Berg Bayerns auĂerhalb der Alpen und das Fichtelgebirge mit dem Schneeberg als hĂśchstem Berg Frankens. Die Fränkische Alb als geologische Fortsetzung des Schweizer Juras und der Schwäbischen Alb zieht sich um einen Bogen durch den Norden Bayerns und schirmt Teile Frankens von Altbayern ab. NĂśrdlich davon liegen zahlreiche Zeugenberge wie der Hesselberg. Der äuĂerste SĂźdwesten der Alb grenzt ans NĂśrdlinger Ries, Rest eines beim Ries-Ereignis vor etwa 14,6 Millionen Jahren entstandenen Einschlagkraters. Das Fränkische Keuper-Lias-Land, in dem etwa Aischgrund, Steigerwald und FrankenhĂśhe liegen, geht in die Mainfränkischen Platten Ăźber. SĂźdwestlich davon liegen die Mittelgebirge Odenwald, Spessart und RhĂśn. Die Ăśstliche Hälfte Bayerns wird von Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald oder dem Frankenwald geprägt. Dort befindet sich das grĂśĂte, nicht zerschnittene Waldgebiet Mitteleuropas. Auch Teile des Vogtlands liegen in Bayern. Der westliche Teil Unterfrankens als Bestandteil der Tiefebene des Rheins gehĂśrt zum Bayerischen Untermain.
Die niedrigste Stelle Bayerns liegt mit ca. 100 m Ăź. NHN am Ufer des Mains auf HĂśhe von Kahl am Main (Unterfranken), die hĂśchste im Wettersteingebirge auf dem Gipfel der Zugspitze (2962 m Ăź. NHN), dem hĂśchsten deutschen Berg. Alle 30 hĂśchsten Berggipfel Deutschlands liegen in den Bayerischen Alpen, konzentriert im Wettersteingebirge, in den Berchtesgadener Alpen und den Allgäuer Alpen. Der hĂśchste bayerische Gipfel der Berchtesgadener Alpen ist der Watzmann (2713 m) und der hĂśchste bayerische Gipfel in den Allgäuer Alpen ist die Hochfrottspitze (2649 m). Der GroĂe Arber im BĂśhmerwald / Bayerischen Wald ist mit 1455,5 m Ăź. NHNcite-ref-de-bfn-karten-10-0[10] der hĂśchste Berg in Bayern auĂerhalb der Alpen.
Der geographische Mittelpunkt Bayerns liegt etwa 500 Meter Üstlich des Marktes Kipfenberg im Landkreis Eichstätt (geografischer-mittelpunkt-bayernsLage48.94660711.404567). Historisch betrachteten sich mehrere Orte in Bayern als Mittelpunkt Europas. Seit dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013 lag der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union im Landkreis Aschaffenburg, im Ortsteil Oberwestern der bayerischen Gemeinde Westerngrund (geographischer-mittelpunkt-der-eu-1-juli-31-dezember-2013Lage50.1172869.247768).cite-ref-11[11] Seit dem Austritt des Vereinigten KÜnigreiches am 31. Januar 2020 liegt der aktuelle EU-Mittelpunkt im Landkreis Wßrzburg, im Ortsteil Gadheim der Gemeinde VeitshÜchheim (geographischer-mittelpunkt-der-eu-seit-1-februar-2021Lage49.8430569.901944).cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]
Siehe auch
:
Liste von Bergen in Bayern
,
Liste der Landschaften in Bayern
und
Liste der Menhire in Bayern
Gewässer
Der bedeutendste Fluss des Landes ist die Donau, diese flieĂt in der SĂźdhälfte des Landes von West nach Ost, gelangt bei Ulm auf das Landesgebiet und tritt bei Passau nach Ăsterreich Ăźber. Ihre grĂśĂten NebenflĂźsse in Bayern sind (stromabwärts):
Im Heimat- bzw. Erdkundeunterricht wird zur Donau vielerorts folgender Merkspruch aufgesagt: âIller, Lech, Isar, Inn, flieĂen rechts zur Donau hin â WĂśrnitz, AltmĂźhl, Naab und Regen flieĂen links dagegen.â
Der grĂśĂte Teil Frankens wird durch den Main von Ost nach West in den Rhein entwässert. In seinem markant geschwungenen Lauf bildet er das sogenannte Maindreieck und Mainviereck. Seine grĂśĂten NebenflĂźsse in Bayern sind Regnitz und Tauber von links und Fränkische Saale von rechts. Im Nordosten Oberfrankens bzw. Niederbayerns entspringen die linken NebenflĂźsse der Elbe, die Sächsische Saale, die Eger und die Kalte Moldau als Quellfluss der Moldau.
In den Endmoränenlandschaften im sĂźdlichen Teil des nĂśrdlichen Alpenvorlandes gibt es viele Seen, die teilweise ins Gebirge hineinragen, etwa der Tegernsee, der Starnberger See und der Schliersee. Bayern hat Anteil am Bodensee, dem grĂśĂten See des westlichen Mitteleuropas. Der grĂśĂte See innerhalb Bayerns ist der Chiemsee. NĂśrdlich der Fränkischen Alb wurden die Stauseen des Fränkischen Seenlands gebildet. Sie dienen zur Wasserregulierung Nordbayerns, insbesondere der Wasserversorgung des Main-Donau-Kanals, einer wichtigen WasserstraĂe in Nordbayern. In den Alpen wurde 1924 das Walchenseekraftwerk in Betrieb genommen, das das natĂźrliche Gefälle zwischen dem als âOberbeckenâ fungierenden Walchensee und dem âUnterbeckenâ Kochelsee zur Stromerzeugung nutzt.
Durch Teile Bayerns fßhrt die Europäische Hauptwasserscheide. Sie trennt das zum Rhein gehÜrende Flusssystem von dem der Donau.
Details sind beschrieben in der Liste der FlĂźsse in Bayern sowie in der Liste der Seen in Bayern.
Schutzgebiete
In Bayern liegen der Nationalpark Bayerischer Wald und der Nationalpark Berchtesgaden. Von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate sind das Biosphärenreservat Berchtesgadener Land und das Biosphärenreservat RhÜn. Es gibt 18 Naturparks in Bayern, der älteste ist der 1969 gegrßndete Naturpark Altmßhltal.
In Bayern sind 603 Naturschutzgebiete, 702 Landschaftsschutzgebiete, 674 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, 84 Europäischen Vogelschutzgebiete, 160 Naturwaldreservate und Ăźber 3.400 Geotope vom Bayerischen Landesamt fĂźr Umwelt ausgewiesen (Stand: März 2017). Hundert besonders sehenswerte Geotope sind als Bayerns schĂśnste Geotope ausgewiesen.cite-ref-14[14] GrĂśĂtes Naturschutzgebiet sind die Allgäuer Hochalpen, kleinstes ist der Drabafelsen.
Siehe auch:
Ausdehnung und Flächennutzung
Mit 70.541,57 Quadratkilometern ist Bayern das flächenmäĂig grĂśĂte deutsche Bundesland und hat damit knapp 22.000 Quadratkilometer mehr Fläche als Niedersachsen. Der Freistaat entspricht etwa 19 Prozent der deutschen Staatsfläche. Die Fläche Bayerns ist grĂśĂer als die vieler Staaten Europas, etwa die der Niederlande oder Irlands.
Das Staatsgebiet Bayerns erstreckt sich von 47° 16Ⲡbis zu 50° 34ⲠnĂśrdlicher Breite und von 8° 58Ⲡbis 13° 50ⲠÜstlicher Länge. Bayern erstreckt sich in west-Ăśstlicher Richtung Ăźber maximal 260, in nord-sĂźdlicher Ăźber 366 Kilometer. Der sĂźdlichst gelegene Ort in Bayern ist EinĂśdsbach, der westlichste GroĂwelzheim,cite-ref-15[15] der nĂśrdlichste Weimarschmieden und der Ăśstlichste Breitenberg. Die sĂźdlichste Stelle Bayerns und ganz Deutschlands ist das Haldenwanger Eck.cite-ref-bayerisches-landesamt-f-r-statistik-und-datenverarbeitung-16-0[16]
Etwa 86,1 Prozent der Fläche werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. 12,0 Prozent sind Siedlungs- und Verkehrsflächen.cite-ref-lstdv-17-0[17]
Klima
Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten vom Seeklima (Cfb) ins Kontinentalklima (Dfb) ßber. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter null Grad Celsius, die Westwinde bringen durchschnittlich 700 mm Niederschlag, im Nordstau der Alpen lokal bis 1800 mm pro Jahr. Die mittlere jährliche Sonnenscheindauer beträgt 1600 bis 1900 Stunden.cite-ref-18[18] Der wärmste Monat ist meist der Juli, kältester der Januar. Der FÜhn beeinflusst das Wetter im gesamten Alpenvorland und kann stellenweise bis an die Fränkische Alb reichen. Der Norden Bayerns ist trockener und wärmer als der Sßden;cite-ref-19[19] die Region um Wßrzburg hat die meisten Sonnentage Sßddeutschlands.
Die Auswirkungen der globalen Erwärmung zeigen sich auch in Bayern.cite-ref-suedd-4539824-20-0[20] Die Sommermonate werden dabei tendenziell heiĂer und trockener.cite-ref-suedd-4539824-20-1[20] Zuletzt war der Juni 2019 der wärmste Juni in Bayern seit Beginn der Beobachtungencite-ref-suedd-4539824-20-2[20] und der Winter 2019/2020 lag bayernweit drei Grad Celsius Ăźber dem langjährigen Mittel. Am 20. Dezember 2019 wurde in Piding eine Rekordtemperatur von 20,2 °C gemessen.cite-ref-21[21] Die Wintermonate werden tendenziell niederschlagsreicher, wobei der Niederschlag vermehrt in Form von Regen statt Schnee fällt.cite-ref-suedd-4539824-20-3[20] Extreme Wetterlagen, wie das Hochwasser in Mitteleuropa 2013 oder das Starkschneeereignis im Januar 2019, nehmen zu. Eine Folge der Erwärmung ist die fortschreitende Schmelze aller bayerischer Alpengletscher: Von den vier bayerischen Gletschern wird mit dem HĂśllentalferner mittelfristig nur einer bestehen. Beispielsweise ist seit den 1980er-Jahren der SĂźdliche Schneeferner, von Ăberresten abgesehen, bereits vollständig verschwunden.cite-ref-suedd-4539824-20-4[20]cite-ref-22[22]
Flora
Bayern wäre von Natur aus hauptsächlich von Wäldern bedeckt. Im Flach- und Hßgelland wßrden buchendominierte Mischwälder vorherrschen, in den Gebirgen in Bergmischwälder ßbergehend. In den hÜheren Gebirgslagen kämen Fichtenwälder vor und die Flßsse wßrden von ausgedehnten Auwäldern begleitet werden. Nur die Gewässer und die Gebirgslagen oberhalb der Waldgrenze sowie Sonderstandorte wie Hochmoore wären natßrlicherweise nicht bewaldet.
Durch umfangreiche Rodungen fĂźr landwirtschaftliche Flächen und Siedlungen hat der Mensch bereits im Mittelalter die Waldfläche in Bayern zurĂźckgedrängt. Aktuell sind mit 2,6 Millionen Hektar 36,9 Prozent der bayerischen Landesfläche bewaldet. Damit befindet sich rund ein Viertel der deutschen Wälder in Bayern. Die Baumartenzusammensetzung der Wälder in Bayern ist stark von der forstwirtschaftlichen Nutzung geprägt. Die häufigste Baumart in Bayerns Wäldern ist die Gemeine Fichte mit 41,8 Prozent Flächenanteil, gefolgt von der Waldkiefer mit 17,9 Prozent, der Rotbuche mit 13,9 Prozent und den Eichen mit 6,8 Prozent Anteil.cite-ref-23[23] Besonders groĂe Waldgebiete befinden sich noch in den Mittelgebirgen in Nord- und Ostbayern, wie im Spessart, im Fichtelgebirge, im Steigerwald und im Bayerischen Wald, sowie in den Bayerischen Alpen.
Dagegen sind insbesondere die Gegenden mit fruchtbaren BĂśden im Voralpenland, im HĂźgelland und in den Flussniederungen von Ăźberwiegend landwirtschaftlich genutzten Offenlandschaften mit Wiesen, Ăckern und nur wenigen Einzelbäumen und kleineren Wäldern geprägt. Franken weist gebietsweise fĂźr SĂźddeutschland einzigartige Sandlebensräume auf, die als Sandachse Franken geschĂźtzt sind.cite-ref-24[24] In den Flusstälern entlang von Main und Tauber wurde die Landschaft fĂźr den Weinanbau umgestaltet. Weit verbreitet sind Magerrasen, ein extensiv genutztes GrĂźnland an besonders nährstoffarmen, âmagerenâ Standorten. Besonders die SĂźdliche Frankenalb mit dem AltmĂźhltal ist gekennzeichnet von solchen Magerrasen. Viele dieser Gebiete sind als Schutzgebiet ausgewiesen.
Fauna
In den Wäldern Bayerns leben, wie in anderen Teilen Deutschlands, nur noch relativ wenige GroĂtierarten. Es gibt unter anderem verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe sowie Wildschweine und FĂźchse. In naturnahen Gebieten, wie dem Fichtelgebirge, leben Luchse und Auerhähne, aber auch Biber und Fischotter verbreiten sich wieder. Vereinzelt gibt es Sichtungen von seit längerem in Mitteleuropa ausgerotteten Tieren in Bayern, beispielsweise vom Wolf.cite-ref-25[25] In hochalpinen Regionen leben der wieder eingebĂźrgerte Alpensteinbock und das Alpenmurmeltier. Seltener ist die Gämse in einigen Mittelgebirgen, wie der Fränkischen Alb, beheimatet. In den Bayerischen Alpen kommt der Steinadler vor. Es wurden 19 verschiedene Amphibienarten nachgewiesen.cite-ref-26[26]
Geschichte
â
Hauptartikel
:
Geschichte Bayerns
,
Geschichte Frankens
und
Schwaben
Antike
â
Hauptartikel
:
Bajuwaren
Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. grßndeten keltische Stämme im Alpenvorland erste befestigte, stadtähnliche Siedlungen. In dem Oppidum von Manching lebten damals bereits etwa 5.000 bis 10.000 Kelten innerhalb einer Stadtbefestigung. Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns sßdlich der Donau Teil des RÜmischen Reiches und seiner Provinzen Raetia und Noricum. Nach Zusammenbruch der rÜmischen Herrschaft bildete sich das Volk der Bajuwaren. Vermutlich haben sich die Bajuwaren aus verschiedenen Volksgruppen gebildet:
⢠aus Resten der keltischen BevÜlkerung (Vindeliker, Boier),
⢠aus einheimischen RÜmern,
⢠aus alemannischen, fränkischen bzw. thßringischen, ostgotischen und langobardischen Volkssplittern,
⢠aus germanischen SÜldnern der rÜmischen Grenztruppen.
Es wird von einer Stammesbildung der Bajuwaren im eigenen Land, also dem Land zwischen Donau und Alpen, ausgegangen.cite-ref-27[27]
Ălteres Stammesherzogtum
â
Hauptartikel
:
Stammesherzogtum Baiern
FĂźr das Jahr 555 n. Chr. ist die Existenz eines bairischen Stammesherzogtums mit Sitz in Freising und Regensburg unter den Agilolfingern belegt, das unter den Merowingern Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs Austrasien wurde. Mit der Lex Baiuvariorum entstand das erste kodifizierte bairische Stammesrecht (um 741/743). Der Sieg Karls des GroĂen Ăźber den Bayernherzog Tassilo III. 788 markiert das Ende des sogenannten älteren Stammesherzogtums. Seit 788 bis zum Beginn des 10. Jahrhunderts gab es keinen baierischen Herzog. Die Karolinger regierten als baierische KĂśnige oder UnterkĂśnige und setzten zur HerrschaftsausĂźbung bisweilen Statthalter (Präfekten) ein.
JĂźngeres Stammesherzogtum
Der Niedergang der Karolinger ermĂśglichte ein Wiederaufleben der Eigenständigkeit der baierischen HerzĂśge im sogenannten jĂźngeren Stammesherzogtum. Nach Ende der Herrschaftsperiode der Karolinger kam es erneut dazu, dass die Eigenständigkeit der einzelnen Gebiete allmählich erstarkte. UnterstĂźtzt wurde dies durch die Bedrohung von auĂen durch die Ungarneinfälle ab etwa 862. Markgraf Luitpold von Bayern fiel 907 in der Schlacht von Pressburg in einer Niederlage gegen die Ungarn, jedoch wird das Datum durch den Antritt seines Sohns Arnulf I. als Herzog von Bayern gleichzeitig als Beginn des jĂźngeren baierischen Stammesherzogtums gesehen. Nach dem Sieg in der Schlacht auf dem Lechfeld erfolgte eine zweite Welle baierischer Ostsiedlung mit Gewinn von Gebieten im heutigen NiederĂśsterreich, Istrien und der Krain. Der Streit mit den Ottonen fĂźhrte wieder zu einer starken Abhängigkeit vom deutschen KĂśnigtum. 976 wurde der SĂźdosten Bayerns als Teil eines neu geschaffenen Herzogtums Kärnten abgetrennt. Zusätzlich regierte das Geschlecht der Babenberger in der Marcha Orientalis (Ostarrichi) zunehmend unabhängiger vom bayerischen Herzog. 1014 wurde Herzog Heinrich IV. aus der baierischen Linie der Ottonen als Heinrich II. rĂśmisch-deutscher Kaiser.
Ab 1070 kam es unter den Welfen zu einem Wiedererstarken der Macht der baierischen HerzĂśge. 1156 wurde die Mark Ăsterreich losgelĂśst und unter den Babenbergern, die zuvor nach dem Sturz des Welfen Heinrichs des Stolzen kurzzeitig ganz Bayern regiert hatten, selbst zum Herzogtum erhoben. 1180 stĂźrzte Friedrich I. Barbarossa auf Betreiben der FĂźrsten den Welfen Heinrich den LĂśwen, den Herzog von Bayern und Sachsen. Das Herzogtum Baiern wurde durch die Abtrennung der Steiermark und der andechsischen Markgrafschaft Istrien weiter verkleinert. Auch die Grafen von Tirol agierten zunehmend unabhängiger vom baierischen Herzog und profitierten später wie die Wittelsbacher vom Aussterben der Grafen von Andechs, die zuletzt auch das von Bayern abgetrennte Herzogtum Meranien besessen hatten.
Territorialherzogtum
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Hauptartikel
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Herzogtum Bayern
Ab 1180 wurde das verkleinerte Bayern als Territorialherzogtum von den Wittelsbachern regiert, die bis zum Ende der Monarchie 1918 an der Macht blieben. 1214 fiel auch die Pfalz von den Welfen an die Wittelsbacher. Der herzogliche Vorort hatte sich in dieser Zeit mehrfach verschoben, zunächst von Regensburg bis 1231 nach Kelheim und dann bis 1255 nach Landshut.
Bayern erlebte von 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in Einzelherzogtßmer. Kurz vor der ersten Wiedervereinigung erlangte Ludwig IV. 1328 als erster Wittelsbacher die Kaiserwßrde, was fßr Bayern einen neuen HÜhepunkt der Macht bedeutete. Gleichzeitig lÜste sich jedoch das Erzstift Salzburg endgßltig vom Mutterland Bayern. Im Hausvertrag von Pavia von 1329 teilte Ludwig den Besitz in eine pfälzische Linie mit der Rheinpfalz und der später sogenannten Oberpfalz und in eine altbayerische Linie auf. Die von ihm neu hinzugewonnenen Gebiete Brandenburg, Tirol, die niederländischen Provinzen Holland, Seeland und Friesland sowie der Hennegau gingen unter seinen Nachfolgern sehr bald wieder verloren. Tirol fiel 1363 an die Habsburger, Brandenburg 1373 an die Luxemburger. Mit der Goldenen Bulle 1356 ging die Kurwßrde fßr die altbayerische Linie an die der Pfalz verloren.
1429 wurde nach dem Aussterben der Linie Straubing-Holland das Herzogtum Bayern-Straubing unter den Linien Mßnchen, Ingolstadt und Landshut aufgeteilt. 1447 fiel Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut, das seinerseits im Landshuter Erbfolgekrieg von Bayern-Mßnchen gewonnen wurde. Mit dem KÜlner Schiedsspruch, der den Krieg beendete, verlor Bayern 1505 das Gebiet um Kufstein, Kitzbßhel und Rattenberg sowie das Zillertal und das Mondseeland an die Habsburger. Auch entstand damals aus weiteren Landshuter Gebieten mit Pfalz-Neuburg ein unabhängiges Fßrstentum. Durch das Primogeniturgesetz von Herzog Albrecht IV. von 1506 fanden die Landesteilungen ein Ende.
Das Herzogtum Bayern Ăśffnete sich unter der Herrschaft von Wilhelm IV. und Albrecht V. der Renaissance und wurde zu einem Hort der Gegenreformation. Die an Bayern angrenzenden Freien Reichsstädte NĂźrnberg und Augsburg waren vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance bedeutende Handels- und Wirtschaftszentren, was in Augsburg vor allem auf den Einfluss der Kaufmannsfamilien Fugger und Welser zurĂźckging. In dieser Zeit zählten beide Orte zusammen mit KĂśln und Prag zu den vier grĂśĂten Städten des Heiligen RĂśmischen Reiches und hatten Regensburg eingeholt, das ebenfalls Freie Reichsstadt war.cite-ref-28[28]
Herzog Wilhelm V. beteiligte sich 1583 erfolgreich am Krieg gegen den protestantisch gewordenen Erzbischof von KĂśln, fĂźr fast 200 Jahre stellten seither bayerische Prinzen den KĂślner KurfĂźrsten und regierten zahlreiche weitere BistĂźmer in Nordwestdeutschland.
KurfĂźrstentum
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Hauptartikel
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KurfĂźrstentum Bayern
In der Gegenreformation nahm Bayern weiterhin eine fĂźhrende Stellung ein und ging aus dem DreiĂigjährigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum KurfĂźrstentum hervor: 1620 besiegten die Truppen der Katholischen Liga unter FĂźhrung des bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am WeiĂen Berge bei Prag die Protestanten. AnschlieĂend lieĂ Tilly die Pfalz besetzen. Zum Dank erhielt Maximilian I. 1623 die KurwĂźrde und 1628 die von ihm besetzten kurpfälzischen Teile der Oberpfalz als Kriegsentschädigung. Durch verschiedene Reformen sanierte Maximilian das Land finanziell und machte es wirtschaftlich leistungsfähig. Durch die Ausschaltung der ständischen Mitwirkungsrechte wurde er der eigentliche BegrĂźnder der absolutistischen Herrschaft in Bayern. Er schuf eine wirksame Landesverwaltung, eine neue Gesetzessammlung (Codex Maximilianeus) und war in merkantilistischen MaĂnahmen seiner Zeit bereits voraus. Auch fĂźr die Kunstpolitik und das fĂźrstliche Mäzenatentum entstanden neue finanzielle Spielräume. Nach dem Krieg widmete sich auch der Nachfolger KurfĂźrst Ferdinand Maria dem Wiederaufbau des verwĂźsteten Landes und verfolgte eine vorsichtige Neutralitätspolitik. Sowohl in Altbayern als auch besonders in den fränkischen Hochstiften WĂźrzburg und Bamberg begann eine glanzvolle Zeit der barocken Kunst. Ab 1663 wandelte sich der Reichstag zu einem permanenten Gesandtenkongress (Immerwährender Reichstag), der in Regensburg tagte.
Während des Spanischen und Ăsterreichischen Erbfolgekrieges und im Zuge der GroĂmachtpolitik Maximilian II. Emanuels und später seines Sohnes Karl Albrecht wurde das absolutistische Bayern mehrfach vorĂźbergehend von Ăsterreich besetzt. 1705 erhob sich das bayerische Volk gegen die kaiserliche Besatzung. Die bayerische Volkserhebung umfasste weite Gebiete Niederbayerns, das Innviertel und das Ăśstliche Oberbayern. Ein Landesdefensionskongress tagte im Dezember 1705 im damals noch bayerischen Braunau am Inn. Erst die Schlacht von Aidenbach am 8. Januar 1706 endete mit der vĂślligen Niederlage der Volkserhebung. Nach der KaiserkrĂśnung Karl Albrechts wurden weite Teile des KurfĂźrstentums bis 1744 erneut besetzt. Karl Albrechts Sohn Maximilian III. Joseph beendete 1745 endgĂźltig die GroĂmachtpolitik seiner Vorgänger und widmete sich inneren Reformen.
Nach dem Aussterben der altbayerischen Linie der Wittelsbacher entstand Ende 1777 das Doppel-KurfĂźrstentum Kurpfalz-Bayern (zeitgenĂśssisch Churpfalz-Baiern oder Pfalz-Baiern), zu dem auch die HerzogtĂźmer JĂźlich und Berg gehĂśrten, unter der Regentschaft des KurfĂźrsten Karl Theodor aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher. Im Bayerischen Erbfolgekrieg und mit dem FĂźrstenbund verhinderte PreuĂen den Anschluss Bayerns an Ăsterreich und konnte sich dafĂźr im Gegenzug fĂźr das an Ăsterreich gefallene bayerische Innviertel die AnsprĂźche auf die beiden hohenzollernschen MarkgraftĂźmer Ansbach und Bayreuth sichern, die später dann an Bayern fielen. Graf Rumford begann unter Karl Theodor mit weiteren Reformen, unter anderem auch bei der Bayerischen Armee. Ab 1794 war auch Kurpfalz-Bayern in die Koalitionskriege gegen das revolutionäre Frankreich verwickelt.
KĂśnigreich
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Hauptartikel
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KĂśnigreich Bayern
Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch Säkularisation und Mediatisierung groĂe Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen Tirol, Vorarlberg sowie das 1779 verlorene Innviertel an Bayern, später auch Salzburg. Im Frieden von Pressburg, der am 26. Dezember 1805 zwischen Frankreich und dem deutschen Kaiser Franz II. abgeschlossen wurde, wurde das mit Napoleon verbĂźndete Bayern zum KĂśnigreich proklamiert. KĂśnig Max I. Josephs Minister Maximilian Graf von Montgelas gilt dabei als SchĂśpfer des modernen bayerischen Staates. Das neue KĂśnigreich beseitigte alle Relikte der Leibeigenschaft, die das alte Reich hinterlassen hatte. Durch das Religionsedikt von 1803 wurden alle drei christlichen Bekenntnisse gleichberechtigt â Katholiken, Reformierte und Lutheraner. 1807 wurden die ständischen Steuerprivilegien abgeschafft. 1805 wurden alle erblichen und käuflichen Ămter durch die groĂe Dienstespragmatik abgeschafft. Das MĂźnchner Regulativ von 1805 und das Juden-Edikt von 1813 gewährte den Israeliten im neuen Bayern erste Freiheiten. Am 27. August 1807 fĂźhrte Bayern als erstes Land der Welt eine Pockenimpfung ein. 1812 wurde die bayerische Gendarmerie gegrĂźndet. Durch ein neues Strafgesetzbuch, das Anselm von Feuerbach entworfen hatte, wurde 1813 die Folter abgeschafft. Das FĂźrstentum Ansbach fiel 1806 durch einen von Napoleon erzwungenen Gebietstausch an das KĂśnigreich Bayern, das protestantische FĂźrstentum Bayreuth wurde 1810 von Napoleon an Bayern verkauft. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons im Vertrag von Ried konnte Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen Teil der Gebietsgewinne behalten. FĂźr den Verlust Tirols und der rechtsrheinischen Pfalz wurde es durch wirtschaftlich weiter entwickelte Gebiete um WĂźrzburg und Aschaffenburg entschädigt. Der neugeschaffene linksrheinische Rheinkreis kam im Tausch gegen Salzburg 1816 durch den Vertrag von MĂźnchen zu Bayern und war ab 1837 die bayerische Rheinpfalz.
KĂśnig Ludwig I., der seit 1825 regierte, baute die bayerische Hauptstadt MĂźnchen zur Kunst- und Universitätsstadt aus. In seine Regierungszeit fiel die Hinwendung Bayerns zu Griechenland sowie die Einrichtung zahlreicher Kunstsammlungen und klassizistischer Bauten. Er fĂźhrte ab 1830 die Zensur wieder ein und beseitigte die Pressefreiheit. Das Hambacher Fest 1832 in der Pfalz auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der WeinstraĂe hatte seine Wurzeln in der Unzufriedenheit der pfälzischen BevĂślkerung mit der bayerischen Verwaltung. Am 7. Dezember 1835 begann mit einer Fahrt der Dampflokomotive Adler von NĂźrnberg nach FĂźrth die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland. Ludwig I. musste 1848 im Zuge der Märzunruhen wegen einer Affäre mit der Tänzerin Lola Montez abdanken.
Unter seinem Sohn und Nachfolger Max II. Joseph kam es zu einer schrittweisen Liberalisierung, aber auch zum Pfälzer Aufstand. Der KĂśnig war ein Anhänger der Trias-Politik, die vorsah, die deutschen Mittelstaaten unter FĂźhrung Bayerns zur dritten Kraft neben den beiden GroĂmächten PreuĂen und Ăsterreich zu entwickeln. 1861 erfolgte im Inneren mit der Abschaffung der alten Landgerichte die Trennung von Justiz und Verwaltung; bereits zuvor war die Ministerverantwortlichkeit eingefĂźhrt worden. Trotz der Erweiterung der Rechte des Landtags konnte Maximilian als letzter KĂśnig von Bayern die entscheidende politische Initiative fĂźr die Krone noch behaupten.
Im März 1864 wurde Ludwig II. zum KĂśnig von Bayern proklamiert. Er ging wegen des Baues von Neuschwanstein und anderer SchlĂśsser als MärchenkĂśnig in die Geschichte ein. Im Deutschen Krieg 1866 erlitt Bayern an der Seite Ăsterreichs eine Niederlage gegen PreuĂen. 1868 erfolgte die GrĂźndung der konservativen, groĂdeutschen Patriotenpartei (1887 umbenannt in Bayerisches Zentrum). Bereits 1863 war mit der linksliberalen Fortschrittspartei auch die erste politische Partei in Bayern gebildet worden, der es aber in der Folge nicht gelang, die wachsende Arbeiterschaft fĂźr sich zu gewinnen. Gegen die ultramontane Kammermehrheit wurde sie jedoch zu einer StĂźtze des KĂśnigs und des Ministerrats, an den unter KĂśnig Ludwig die FĂźhrung des Landes nun faktisch Ăźberging. In den späten 1860er-Jahren begann der Bayerische Kulturkampf zwischen der katholischen Kirche und der Regierung.
1871 wurde Bayern Teil des neu gegrĂźndeten Deutschen Reiches, erhielt dabei Reservatrechte (eigenes Post-, Eisenbahn- und Heereswesen sowie eigene Diplomatie). 1886 Ăźbernahm Prinzregent Luitpold die Regentschaft. Die âPrinzregentenzeitâ, wie die Epoche Prinz Luitpolds häufig bezeichnet wird, gilt aufgrund der politischen Passivität Luitpolds als Ăra der allmählichen RĂźckstellung bayerischer Interessen hinter die des Reichs. 1893 zog die SPD erstmals in den bayerischen Landtag ein, 1906 wurde das Landtagswahlgesetz an das Reichswahlrecht angeglichen. Die erstmalige Beauftragung eines Vertreters der Mehrheitsfraktion im Landtag mit dem Amt des Regierungschefs 1912 deutete auf eine beginnende Parlamentarisierung Bayerns hin. 1913 wurde Ludwig III. KĂśnig, im Jahr darauf brach der Erste Weltkrieg aus. Am 2. November 1918 kam es zu einer Wahlrechts- und Parlamentsreform. Ludwig III. wurde im Rahmen der Novemberrevolution am 8. November 1918 abgesetzt und Kurt Eisner proklamierte den Freistaat Bayern.
Siehe auch
:
Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Bayerns im Ersten Weltkrieg
Freistaat (Bamberger Verfassung)
Im Verlauf der Novemberrevolution rief am 8. November 1918 Kurt Eisner, Schriftsteller und Journalist, GrĂźndungsmitglied der USPD, Bayern als Volksstaat bzw. Freistaat aus, den Freien Volksstaat Bayern. Nach dem Staatsgrundgesetz der Republik Bayern vom 4. Januar 1919 wurde die Bamberger Verfassung vom 14. August 1919 zur ersten demokratischen Verfassung Bayerns und beendete das 1806 gegrĂźndete KĂśnigreich Bayern. (Zwischenzeitlich vermochten jedoch noch ab dem 7. April 1919 sozialistische Gruppen fĂźr vier Wochen die âMĂźnchner Räterepublikâ zu installieren.)cite-ref-30[30] Die Wirren um die Niederschlagung der Räterepublik und ihrer unter Rudolf Egelhofer aufgebauten âRoten Armeeâ bewogen die neue Regierung Bayerns dazu, in der Bamberger Verfassung auf die bayerische Wehrhoheit zu verzichten.
Nach einer Volksbefragung 1919 kam am 1. Juli 1920 der Freistaat Coburg zu Bayern (â Landkreis Coburg). Durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags mussten am 10. Januar 1920 das Bezirksamt St. Ingbert sowie Teile der Bezirksämter Homburg und ZweibrĂźcken an das neu geschaffene, unter VĂślkerbundsverwaltung stehende Saargebiet abgetreten werden.cite-ref-31[31] Weiterhin wurde die Pfalz durch die Alliierte Rheinlandbesetzung besetzt. Erst 1930 erfolgte der Abzug der Besatzung der Franzosen und die RĂźckgliederung dieser Teile der Pfalz an Bayern. Die zum Saargebiet zugeschlagenen Gebiete kamen 1935 nach einem Plebiszit zurĂźck an Deutschland, als die deutschen Länder â und auch Bayern â von den Nationalsozialisten bereits aufgelĂśst worden waren.
Stärkste Partei war die Bayerische Volkspartei, die meist auch den Ministerpräsidenten stellte. Ministerpräsident Held vertrat einen entschiedenen FĂśderalismus. 1924 schloss die Regierung fĂźr den Freistaat Bayern ein Konkordat mit dem Heiligen Stuhl. 1925 folgte ein Staatsvertrag mit der evangelischen Landeskirche. Die Bayerische Volkspartei wandte sich auch gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Nach der Niederschlagung der âMĂźnchner Räterepublikâ war Bayern zur Hochburg ultra-konservativer sowie reaktionärer Kräfte geworden und wurde in den ersten Jahren der Weimarer Republik als âOrdnungszelleâ bezeichnet. Am 8. und 9. November 1923 wurde Bayern Schauplatz des Hitlerputsches, der aber von der bayerischen Landespolizei niedergeschlagen werden konnte. Nach einer Abstimmungsniederlage im Landtag 1930 blieb Held bis 1933 nur noch geschäftsfĂźhrend im Amt.
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Als Verwaltungseinheit bestand Bayern auch während der Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945), war aber weitgehend bedeutungslos. Die Stadt Mßnchen, in der Adolf Hitler seit 1913 gelebt und seinen politischen Aufstieg begonnen hatte, wurde von den Nationalsozialisten allerdings propagandistisch zur Hauptstadt der Bewegung stilisiert. Mit dem KZ Dachau errichtete das NS-Regime nur wenige Wochen nach der sogenannten Machtergreifung das erste durchgehend betriebene Konzentrationslager. Im fränkischen Nßrnberg hielt die NSDAP von 1933 bis 1938 auf dem Reichsparteitagsgelände ihre Reichsparteitage und andere Propagandaveranstaltungen ab; 1935 wurden hier die Nßrnberger Gesetze bekanntgegeben. Auf dem Obersalzberg nahe Berchtesgaden lieà Hitler den Berghof errichten, der ihm als zweiter Regierungssitz diente und sich zu einem zentralen Ort der Macht im nationalsozialistischen Deutschen Reich entwickelte. 1939 wurde der Regierungsbezirk Niederbayern-Oberpfalz um ein bis zum Mßnchner Abkommen 1938 zur Tschechoslowakei gehÜrendes Gebiet, die Landkreise Bergreichenstein, Markt Eisenstein und Prachatitz, erweitert, das 1945 wieder abgetrennt wurde.
Siehe auch
:
Geschichte Bayerns zwischen den Weltkriegen
Im Zweiten Weltkrieg erlitten bayerische Städte wie Aschaffenburg, Augsburg, Mßnchen, Nßrnberg und Wßrzburg starke ZerstÜrungen (siehe Luftangriffe auf Aschaffenburg, Augsburg, Mßnchen, Nßrnberg und Wßrzburg).
Teil der amerikanischen Besatzungszone
Die Besatzungsmächte leiteten Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland gezielt in das dßnn besiedelte Bayern. Dadurch wuchs die BevÜlkerung bis 1949 um ein Viertel. Es entstanden mehrere Vertriebenenstädte.
General Eisenhower stellte mit der Proklamation Nummer 2 vom 28. September 1945 Bayern offiziell als Staat wieder her; die Exekutive lag zwischen 1945 und 1952 in den Händen von US-amerikanischen Militärgouverneuren. Nach der Besetzung durch US-Truppen wurde Bayern Bestandteil der amerikanischen Besatzungszone, während im Jahr 1946 die in der franzÜsischen Besatzungszone gelegene stark industrialisierte Rheinpfalz dem neugebildeten Land Rheinland-Pfalz eingegliedert wurde. Andererseits fiel 1945 Ostheim vor der RhÜn an Bayern.
Da die US-Militärregierung entschieden gegen die Wiederherstellung einer Monarchie eingestellt war, verbot sie 1946 die wiedergegrßndete Bayerische Heimat- und KÜnigspartei. 1949 war es der Partei dann jedoch wieder gestattet, sich neuzukonstituieren.
Ab dem 30. Juni 1946 tagte in MĂźnchen eine Verfassungsgebende Versammlung. Eine neue, republikanische Verfassung des Freistaates Bayerncite-ref-32[32] wurde 1946 mit groĂer Mehrheit durch das Volk angenommen (Näheres im Artikel Bayerische Verfassungsgeschichte).
Land innerhalb der Bundesrepublik Deutschland
1948 entschied der Landtag auf Antrag der Staatsregierung, das Grundgesetz abzulehnen, es jedoch in dem Fall als verbindlich anzuerkennen, wenn zwei Drittel der Bundesländer es annehmen wßrden. 1949 wurde Bayern auf dieser Basis als Land Teil der Bundesrepublik Deutschland.cite-ref-33[33] Die Rßckgliederung des Landkreises Lindau nach Bayern erfolgte am 1. September 1955.
Der langanhaltende Wirtschaftsaufschwung (âWirtschaftswunderâ) trug dazu bei, dass ein tiefer Strukturwandel Bayerns folgte.cite-ref-34[34] In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden Bildung, Infrastruktur und Industrie modernisiert: Neue Gymnasien und Universitäten wurden erĂśffnet; auf dem Land wurden viele StraĂen asphaltiert, zukunftsträchtig erscheinende Branchen wie Fahrzeug- und Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt-, sowie Atomindustrie wurden gefĂśrdert. Damit wurde das von der Agrarwirtschaft geprägte Bayern zu einem fĂźhrenden Industriestandort innerhalb der Bundesrepublik Deutschland; 1971 begann die Gebietsreform in Bayern. Von 1962 bis 2008 sowie von 2013 bis 2018 hatte die CSU die absolute Mehrheit in Bayern inne. Bayern wechselte 1987 erstmals im Länderfinanzausgleich vom Nehmerland zum Geberlandcite-ref-35[35] und ist seit 2008 ununterbrochen das grĂśĂte Geberland.
Siehe auch
:
Geschichte Bayerns nach 1945
BevĂślkerung
Siehe auch
:
Bayerische StaatsangehĂśrigkeit
Demografie
Rund 13 Millionen Einwohner oder 16 Prozent der deutschen BevÜlkerung leben im Freistaat Bayern. Nach Nordrhein-Westfalen ist Bayern die bevÜlkerungsreichste subnationale Entität der Europäischen Union und einer der bevÜlkerungsreicheren Gliedstaaten in der westlichen Welt.
Seit 1840 hat sich die Einwohnerzahl Bayerns mehr als verdreifacht. Zur Volkszählung 1970 wurden erstmals mehr als zehn Millionen Einwohner gezählt. Zum 31. Dezember 2024 belief sich der BevÜlkerungsstand auf 13.248.928 Personen, davon waren rund 50,4 % weiblich.cite-ref-stat-2024-37-0[37] Obwohl im Freistaat mehr Menschen sterben als geboren werden, erhÜht sich aufgrund einer deutlich hÜheren Zuwanderung im Vergleich zur Abwanderung die BevÜlkerungszahl seit 2012 kontinuierlich um insgesamt mehr als 400.000.cite-ref-lstdv-17-1[17] Ende 2012 entsprach der Ausländeranteil 9,6 Prozent.cite-ref-38[38] Bayern hatte mit 1,55 Kinder pro Frau im Jahr 2017 eine zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer, die leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 1,57 lag.cite-ref-39[39]
| Jahr | BevÜlkerung | Einwohner je km² |
|---|---|---|
| 1840 | 0 3.802.515 | 0 54 |
| 1871 | 0 4.292.484 | 0 61 |
| 1900 | 0 5.414.831 | 0 77 |
| 1925 | 0 6.451.380 | 0 91 |
| 1939 | 0 7.084.086 | 100 |
| 1950 | 0 9.184.466 | 130 |
| 1961 | 0 9.515.479 | 135 |
| 1970 | 10.479.386 | 149 |
| 1987 | 10.902.643 | 155 |
| 1990 | 11.448.814 | 163 |
| 2000 | 12.230.255 | 170 |
| 31.12.2007 | 12.520.332 | 177 |
| 31.12.2010 | 12.538.696 | 178 |
| 31.12.2015 | 12.843.514 | 182 |
| 31.12.2020 | 13.140.183 | 186 |
| 31.12.2024 | 13.248.928 | 188 |
Wie in ganz (West-)Deutschland kam es ab den 1950er-Jahren vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders zu Zuwanderung insbesondere aus der Tßrkei, dem damaligen Jugoslawien und Italien und verstärkt um 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges aus ostmitteleuropäischen und osteuropäischen Ländern.
âVier Stämme Bayernsâ
Anfang 1778 wurden das KurfĂźrstentum Bayern und die Kurpfalz durch Erbfolge der Wittelsbacher wiedervereinigt. Während in napoleonischer Zeit die rechtsrheinische Pfalz an Baden kam, fielen groĂe Teile der linksrheinischen Pfalz 1816 als Rheinkreis an Bayern zurĂźck. Gleichzeitig kamen durch Napoleon weitere schwäbische Gebiete und groĂe Teile Frankens an das KĂśnigreich Bayern. Bis zum Zweiten Weltkrieg verstand man unter den vier Stämmen Bayerns die Altbayern, Franken, Schwaben und Pfälzer. Zahlreiche Monumente aus dieser Zeit betonen diesen Sachverhalt.
Nach 1945 gelangten Ăźber zwei Millionen FlĂźchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem die als Sudetendeutsche bezeichneten DeutschbĂśhmen, Deutschmährer und Sudetenschlesier, nach Bayern. Die Sudetendeutschen wurden von Franz Josef StrauĂ als âvierter Stammâ bezeichnet, wobei die deutschbĂśhmische, -mährische und sudetenschlesische BevĂślkerung aus unterschiedlichen Dialekt- und Kulturräumen des deutschen Sprachraumes innerhalb der damaligen Tschechoslowakei stammte und somit heterogen ist.cite-ref-41[41] Sinti und Jenische haben ebenfalls eine staatlich bisher nicht anerkannte lange Tradition in Bayern.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem endgĂźltigen Verlust der Rheinpfalz 1946 werden nun die ursprĂźnglich ansässige BevĂślkerung und die nach dem Zweiten Weltkrieg aus BĂśhmen, Mähren und Sudetenschlesien vertriebenen Sudetendeutschen in âVier Stämmeâ (siehe Deutsche Stämme fĂźr die Wortherkunft) untergliedert. Diese setzen sich zusammen aus den drei traditionell ansässigen Stämmen, den Franken, den Schwaben und den fĂźr den Freistaat namensgebenden Altbayern sowie als viertem Stamm den Sudetendeutschen, fĂźr die Bayern 1954 die âSchirmherrschaftâ Ăźbernahm.
Unterscheidungsmerkmale der drei ursprĂźnglich ansässigen Stämme sind etwa eigene Dialekte (bairisch, ostfränkisch, alemannisch), eigene KĂźchen (bayerisch, fränkisch, schwäbisch), eigene Traditionen, Trachten und teilweise Architekturstile. Es werden gelegentlich den einzelnen Stämmen sogar unterschiedliche Mentalitäten zugeschrieben, so etwa sind laut Bayerischer Staatsregierung die Altbayern weltoffen, beharrlich und musisch begabt, Franken hingegen zeichnen ein ausgeprägter âGemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles AuffassungsvermĂśgenâ aus, während man Schwaben als sparsame Menschen sieht, die einen âHang zur Untertreibungâ haben.cite-ref-42[42] Bei Kabinettsbildungen werden aus ProporzgrĂźnden die Ămter nach den Stämmen verteilt. Auch die drei CSU-Ministerposten des Bundeskabinetts Merkel III waren auf die drei Stämme Franken, Baiern und Schwaben verteilt.
Bekannt ist vor allem der lange Streit zwischen den Franken und den Altbayern um die angebliche Ungleichbehandlung der Franken durch die Bayern. Franken sei einigen Organisationen gemäà in den Parteistrukturen unterrepräsentiert und bekomme weniger Steuermittel. Auch werde sich generell weniger um Belange und Probleme der fränkischen Regierungsbezirke gekĂźmmert.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44] Gelegentlich wird auch die RĂźckgabe von sogenannter Beutekunst, Kunstwerke aus fränkischen Städten und Schatzkammern, die vom KĂśnigreich Bayern im 19. Jahrhundert konfisziert und nach MĂźnchen gebracht wurden, gefordert.cite-ref-45[45] Viele derartige Beschwerden gelten allerdings als gegenstandslos. So sind beispielsweise fränkische Politiker in den Strukturen der groĂen Parteien nicht unterrepräsentiert.cite-ref-46[46] Auch ist die Forderung der RĂźckgabe von Kunstschätzen problematisch, da etwa der Hofer Altar in MĂźnchen und einige DĂźrer-Gemälde in der Alten Pinakothek nicht geraubt, sondern freiwillig abgegeben wurden.cite-ref-47[47]
Konfessionsstatistik
| | 1840 [ 48 ] a) | 1900 [ 48 ] a) | 1933 [ 48 ] a) | 1950 [ 48 ] | 1970 [ 49 ] | 2011 [ 50 ] | 2020 [ 51 ] | 2022 [ 52 ] | 2023 [ 53 ] | 2024 [ 54 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| rĂśmisch-katholisch | 71,1 | 70,5 | 70,0 | 71,9 | 70,4 | 53,9 | 46,9 | 43,5 | 42,2 | 41,7 |
| evangelisch | 27,4 | 28,3 | 28,7 | 26,5 | 25,2 | 20,3 | 17,2 | 16,1 | 15,6 | 15,3 |
| muslimisch | â | â | â | â | 0 0,9 | â | â | â | â | â |
| jĂźdisch | 0 1,4 | 0 0,9 | 0 0,5 | 0 0,1 | 0 0,1 | â | â | â | â | â |
| andere Konfessionen und Konfessionslose | 0 0,1 | 0 0,3 | 0 0,8 | 0 1,5 | 0 3,4 | 25,8 | 35,9 | 40,4 | 42,2 | 42,9 |
einschlieĂlich der
Region Pfalz
In Augsburg leben laut evangelischem Sonntagsblatt 41 % Christen, in Erlangen 43 %, in FĂźrth und Ingolstadt 42 %, in NĂźrnberg knapp 39 % und in MĂźnchen knapp 32 % (Stand 2024).cite-ref-55[55]
Religion und Weltanschauung
Die Zahl der Katholiken und Protestanten hat sich seit 1970 deutlich verringert. Bayern ist mit 41,7 % (Stand: 2024) nach dem Saarland das Bundesland mit dem hĂśchsten rĂśmisch-katholischen BevĂślkerungsanteil in Deutschland.
Siehe auch: Liste von Pfarrhäusern in Bayern
Der bayerische Staat zahlt der rÜmisch-katholischen Kirche jährlich 65 Millionen Euro und der evangelischen Kirche 21 Millionen Euro Staatsdotationen aus dem allgemeinen Haushalt.cite-ref-56[56] Die katholischen Pfarreien gehÜren dem Bistum Wßrzburg, dem Bistum Eichstätt und dem Erzbistum Bamberg in der Kirchenprovinz Bamberg sowie dem Bistum Regensburg, dem Bistum Passau, dem Bistum Augsburg und dem Erzbistum Mßnchen und Freising in der Kirchenprovinz Mßnchen und Freising an. Weitere katholische Gemeinden unterstehen der Jurisdiktion katholischer Ostkirchen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist eine Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), 15,3 % der BevĂślkerung sind Mitglied der evangelisch-lutherische Kirche (Stand 2024). Die grĂśĂte nach Einwohnerzahl, noch mehrheitlich evangelische deutsche Stadt ist Bayreuth.cite-ref-57[57]
Jßdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in ländlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsstädten wie in Nßrnberg (Ansiedlungsverbot 1499 bis 1850) und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden, seit der Judenemanzipation aber zunehmend in bayerischen Städten. Von fast 200 jßdischen Gemeinden vor dem Holocaust existieren in Bayern noch oder wieder 13 Gemeinden.cite-ref-58[58]cite-ref-59[59] Sie sind in der IKG Mßnchen und Oberbayern sowie im Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern organisiert.
Von wachsender Bedeutung ist insbesondere in GroĂstädten der Islam. Viele Moscheegemeinden versuchen, ihre bisherigen Hinterhofmoscheen durch repräsentative Neubauten zu ersetzen. Eine Studie des Bundesministeriums des Innern beziffert den Anteil der Muslime an der bayerischen GesamtbevĂślkerung im Jahr 2008 auf ungefähr 4 Prozent (etwa 13 Prozent der in Deutschland wohnhaften Muslime).cite-ref-60[60]
Wie in vielen Gegenden Deutschlands wächst auch in Bayern der Anteil konfessionell ungebundener Einwohner. Die Humanistische Vereinigungcite-ref-61[61] versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft und Interessenvertretung nichtreligiÜser Menschen. Der Verband, der im März 2019 rund 2100 Mitglieder ausgewiesen hatte,cite-ref-62[62] ist in Bayern unter anderem Träger des Humanistischen Lebenskundeunterrichts,cite-ref-63[63] er betreibt seit 2008 eine Grundschule in freier Trägerschaftcite-ref-64[64] sowie ßber ein Dutzend Kindertagesstätten.cite-ref-65[65] Er unterhält ein eigenes Sozialwerk und den Turm der Sinne in Nßrnberg.
In Ballungszentren gibt es kleinere buddhistische, alevitische, hinduistische und Bahai-Gemeinden, KĂśnigreichssäle der Zeugen Jehovas und Gemeinden kleinerer christlicher Kirchen wie der Siebenten-Tags-Adventisten. Seit 1966 hat Bayern auch eine mittlerweile groĂe assyrisch-aramäische Gemeinde, die grĂśĂtenteils der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien angehĂśrt. Die meisten dieser Suryoye kommen aus dem Kalksteingebirge Tur Abdin im SĂźdosten der TĂźrkei.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]
BevÜlkerungsreichste Städte
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Hauptartikel
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Liste der grĂśĂten Städte in Bayern
BevĂślkerungsreichste Stadt sowie einzige Millionenstadt Bayerns ist die Landeshauptstadt MĂźnchen mit rund 1,5 Millionen Einwohnern (31. Dezember 2024). Sie ist deutschlandweit die drittgrĂśĂte Stadt und die elftgrĂśĂte Stadt der Europäischen Union und zählt zu den Weltstädten der Kategorie Beta+. Sie ist die grĂśĂte Stadt Deutschlands, die kein Stadtstaat ist. Zudem ist MĂźnchen mit 4844 Einwohnern je Quadratkilometer (31. Dezember 2024) die am dichtesten bevĂślkerte Gemeinde Deutschlands sowie mit 519 m Ăź. NHN dessen hĂśchstgelegene GroĂstadt. NĂźrnberg ist mit seinen 529.508 Einwohnern (31. Dezember 2024) landesweit die zweitgrĂśĂte Stadt, belegt bundesweit den 13. sowie in der Europäischen Union den 51. Platz und zählt zu den Weltstädten der Kategorie Gammaâ. Augsburg ist mit 301.105 Einwohnern (31. Dezember 2024) landesweit die drittgrĂśĂte Stadt und belegt bundesweit den 23. Platz. In Bayern gibt es insgesamt acht GroĂstädte. JĂźngste GroĂstadt (mindestens 100.000 Einwohner) Bayerns ist FĂźrth (seit 1990), das zuvor bereits von 1951 bis 1956 und von 1972 bis 1976 eine GroĂstadt war. NĂźrnberg bildet zusammen mit Erlangen, FĂźrth und Schwabach ein ausgeprägtes Städteband mit Ăźber 800.000 Einwohnern. Metropolregionen in Bayern stellen die Metropolregion MĂźnchen und die Metropolregion NĂźrnberg dar. Des Weiteren sind Teile zum Rhein-Main-Gebiet zugehĂśrig.
Gesundheitswesen
In Bayern gibt es Ăźber 400 Krankenhäuser, davon sechs Universitätskliniken. Sie verfĂźgen insgesamt Ăźber rund 73.000 Betten und rund 4,000 teilstationäre Plätze. Etwa 60 Prozent der Krankenhäuser befinden sich in Ăśffentlicher Trägerschaft.cite-ref-68[68] In Bayern gibt es zudem Ăźber 3.200 Apothekencite-ref-69[69] und rund 60.000 Ărzte.cite-ref-0-70-0[70] Die Arztdichte beträgt 208 Einwohner je Arzt, damit hat Bayern nach dem Saarland einen Spitzenwert unter den Flächenländern.cite-ref-0-70-1[70] Dennoch wird vor den Folgen eines Ărztemangels in Bayern, vor allem auf dem Land und unter Fachärzten, gewarnt.cite-ref-71[71] Die meisten Bewohner Bayerns sind bei der AOK Bayern krankenversichert.
Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum 2017/19 bei 79,5 Jahren fßr Männer und bei 83,9 Jahren fßr Frauen. Die Männer belegen damit unter den deutschen Bundesländern Rang 2, während Frauen Rang 3 belegen.cite-ref-72[72] Regional hatten 2013/15 Starnberg (Erwartung der GesamtbevÜlkerung: 83,39 Jahre), Mßnchen (Stadt) (83,02) und der Landkreis Mßnchen (82,97) die hÜchste, sowie Amberg (79,04), Straubing (78,80) und Hof (Saale) (78,75) die niedrigste Lebenserwartung.cite-ref-73[73]
Sprache und Dialekt
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Hauptartikel
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Dialekte in Bayern
Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw. den entsprechenden Migrationshintergrund haben.
In Bayern dominieren Dialekte der oberdeutschen Dialektfamilie. Daneben werden räumlich eng begrenzt besonders im westlichen Unterfranken mitteldeutsche Mundarten gesprochen.
Die Dialekte in Bayern lassen sich folgenden Dialektgruppen zuordnen (von Nord nach SĂźd):
⢠Thßringisch-Obersächsisch als Sßdostthßringisch in Ludwigsstadt (Landkreis Kronach, Oberfranken)
⢠Ostfränkisch als Mainfränkisch und Oberfränkisch vor allem in den fränkischen Regierungsbezirken
Zwischen diesen Mundarträumen bestehen nicht zu unterschätzende Ăbergangsgebiete, die sich nicht ohne Bruch einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren bairisch-fränkische (etwa NĂźrnberg und Umgebung), bairisch-schwäbische (unter anderem Lechrain) und schwäbisch-fränkische (Gebiet um DinkelsbĂźhl und Hesselberggebiet) Ăbergangsgebiete, in manchen Orten sogar bairisch-schwäbisch-fränkische Mischdialekte (zum Beispiel Treuchtlingen, Eichstätt).
Die Dialekte sind bei den Einheimischen, besonders auĂerhalb der groĂen Städte, sehr verbreitet, wobei in Ballungsgebieten wie MĂźnchen ein RĂźckgang, tendenziell ein Aussterben der Dialekte zu beobachten ist.
Lexikographisch erfasst werden die bairischen Dialekte durch das Bayerische WÜrterbuch, die schwäbischen durch das Schwäbische WÜrterbuch und die ostfränkischen durch das Fränkische WÜrterbuch, wozu noch zahlreiche WÜrterbßcher ßber Orts- und Regionalmundarten kommen. Areallinguistisch werden die Dialekte Bayerns vom Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben, dem Sprachatlas von Mittelfranken, dem Sprachatlas von Niederbayern, dem Sprachatlas von Nordostbayern, dem Sprachatlas von Oberbayern und dem Sprachatlas von Unterfranken aufgearbeitet.
Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.
Politik
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Hauptartikel
:
Politisches System Bayerns
Staatsaufbau
Grundlage der Politik in Bayern ist die durch Volksabstimmung am 1. Dezember 1946 angenommene Verfassung des Freistaates Bayern. Die Verfassung trat am 8. Dezember 1946 in Kraft. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem.
Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fĂźnf Jahre gewählt werden (bis 1998: alle vier Jahre gewählt wurden). Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverbände ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Bis dahin war Bayern das einzige deutsche Land mit einer zweiten Kammer. Sie hatte jedoch nur bedingten Einfluss, weil sie keine Gesetze einbringen durfte, sondern nur das Recht der Mitwirkung besaĂ.
Die Staatsregierung wird vom Bayerischen Ministerpräsidenten gefĂźhrt. Er leitet die Geschäfte, bestimmt die Richtlinien der Politik, vertritt Bayern nach auĂen und ernennt die Staatsminister und -sekretäre.
AuĂer vom Landtag kĂśnnen in Bayern Gesetze und Verfassungsänderungen durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Zwingend notwendig ist ein Volksentscheid bei jeder Ănderung der Bayerischen Verfassung.
Siehe auch
:
Bayerischer Ministerpräsident
und
Gesetzgebungsverfahren in Bayern
Legislative
â
Hauptartikel
:
Bayerischer Landtag
,
Landtagswahlen in Bayern
und
Bayerisches Landtagswahlsystem
Der Bayerische Landtag ist das Landesparlament des Freistaates Bayern. Sein Sitz ist das Maximilianeum in MĂźnchen. Eine Legislaturperiode dauert fĂźnf Jahre. Die aktuelle Legislaturperiode dauert von 2023 bis 2028. Im Bayerischen Landtag sind momentan fĂźnf Parteien vertreten. Nach der Wahl vom 8. Oktober 2023 ergaben sich folgende Sitzverteilung und Stimmenanteile (insgesamt 203 Sitze):cite-ref-75[75]
| Partei | Abk. | Stimmenanteil in Prozent | Sitze | Veränderung gegenßber 2018 in Prozent |
|---|---|---|---|---|
| Christlich-Soziale Union in Bayern | CSU | 37,0 | 85 | 0 â0,2 |
| Freie Wähler | FW | 15,8 | 37 | 0 +3,3 |
| Alternative fĂźr Deutschland | AfD | 14,6 | 32 | 0 +4,4 |
| BĂźndnis 90/Die GrĂźnen | GrĂźne | 14,4 | 32 | 0 â3,2 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands | SPD | 0 8,4 | 17 | 0 â1,3 |
| Freie Demokratische Partei | FDP | 0 3,0 | â | 0 â2,1 |
| Ăkologisch-Demokratische Partei | ĂDP | 0 1,8 | â | 0 +0,2 |
| Die Linke | Linke | 0 1,5 | â | 0 â1,8 |
| Andere | â | 0 3,4 | â | 0 â0,3 |
Exekutive
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Hauptartikel
:
Bayerische Staatsregierung
Die Staatsregierung ist die oberste BehĂśrde des Freistaates Bayern. Der vom Landtag gewählte Ministerpräsident beruft und entlässt die Staatsminister und die Staatssekretäre mit Zustimmung des Landtags. Er weist den Staatsministern einen Geschäftsbereich oder eine Sonderaufgabe zu, den diese nach dem Ressortprinzip und den vom Ministerpräsidenten bestimmten Richtlinien der Politik (Richtlinienkompetenz) eigenverantwortlich verwalten. Die Staatssekretäre sind gegenĂźber ihren Staatsministern weisungsgebunden. Die Bayerische Staatskanzlei unterstĂźtzt den Ministerpräsidenten und die Staatsregierung in ihren verfassungsmäĂigen Aufgaben. Die verfassungsrechtliche HĂśchstgrenze der 18 Mitglieder im Kabinett der Staatsregierung wird meist voll ausgeschĂśpft.
Judikative
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Hauptartikel
:
Liste der Gerichte des Freistaats Bayern
Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des Weiteren gibt es diverse obere Landesgerichte, darunter drei Oberlandesgerichte in MĂźnchen, NĂźrnberg und Bamberg, den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, zwei Landesarbeitsgerichte (MĂźnchen und NĂźrnberg), das Bayerische Landessozialgericht sowie die restliche Judikative. Das Bayerische Oberste Landesgericht als oberstes bayerisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2006 aufgelĂśst, zum 15. September 2018 wiedererrichtet, jedoch mit weniger Kompetenzen.cite-ref-76[76]
Haushalt
Gemäà dem Gesetz Ăźber die Feststellung des Haushaltsplans des Freistaates Bayern fĂźr das Haushaltsjahr 2023 (Kurzbezeichnung: Haushaltsgesetz 2023 â HG 2023) vom 21. April 2023 sind im Haushaltsplan des Freistaates Bayern fĂźr das Haushaltsjahr 2023 Erträge (Einnahmen) und Aufwendungen (Ausgaben) in HĂśhe von 71.424.666.800 Euro veranschlagt.cite-ref-77[77] Die Einnahmen decken die Ausgaben (vgl. Gesamtdeckungsprinzip und Haushaltsgrundsätze).
Wahlrecht
Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk (Stimmkreis) die Wahl gewonnen haben, kĂśnnen nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die HĂźrde von fĂźnf Prozent erreicht hat.
DarĂźber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesländern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme Ăźber die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was Ăźblicherweise dazu fĂźhrt, dass Erststimmen häufiger den groĂen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer bei einer bayerischen Landtagswahl eine kleinere Partei mit beiden Stimmen wählt, verschenkt seine Erststimme also nicht, da beide Stimmen dieser Partei zugutekommen, selbst wenn der entsprechende Stimmkreiskandidat den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte. Zudem besteht bei der Zweitstimme die MĂśglichkeit, diese einem bestimmten Kandidaten einer Partei zu geben, sodass sich die Reihung der Bewerber gegenĂźber den von den Parteien aufgestellten Listen ändern kann.
Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Es besteht die MĂśglichkeit des Kumulierens (âHäufelnâ, bis zu drei Stimmen kĂśnnen fĂźr einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen kĂśnnen auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden).
Siehe auch
:
Liste der Wahl- und Stimmkreise in Bayern
und
Wahlkreis (Bayern)
Direkte Demokratie
â
Hauptartikel
:
Direkte Demokratie in Bayern
und
Volksgesetzgebung in Bayern
In Bayern gibt es zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben Volksbegehren und Volksentscheid auf Landesebene, die schon durch die Verfassung von 1946 eingefßhrt worden waren, wurde am 1. Oktober 1995 durch einen Volksentscheid auch die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingefßhrt. Das bayerische Verfassungsgericht hat die Regelungen 1997 zwar verschärft (unter anderem durch Einfßhrung eines Abstimmungsquorums), dennoch initiieren die Bayern jährlich rund 100 Bßrgerentscheide.
Landräte und Bßrgermeister
Bei den Kommunalwahlen sind die drei grĂśĂten Kräfte meist CSU, SPD und Freie Wähler. Von den 71 Landräten werden 50 von der CSU, 6 von der SPD, 13 von den Freien Wählern und zwei von den GrĂźnen gestellt; fĂźnf Landräte sind weiblich.cite-ref-78[78] Von den OberbĂźrgermeistern der 25 kreisfreien Städte werden elf von der CSU und elf von der SPD, darunter in NĂźrnberg (Marcus KĂśnig) und MĂźnchen (Dieter Reiter) gestellt. Ferner sind je ein CDU-Mitglied, eine Parteilose und ein Kandidat der Wählervereinigung Bayreuther Gemeinschaft ins Amt gewählt worden. Die letzte Bayerische Kommunalwahl fand am 15. März 2020 statt.
Siehe auch
:
Kommunalwahlrecht (Bayern)
und
BĂźrgermeister#Bayern
Parteienlandschaft
Die Parteienlandschaft im Freistaat Bayern weist Merkmale auf, die in der Ăźbrigen Bundesrepublik nicht vorhanden sind: die CDU als Volkspartei ist mit keinem eigenen Landesverband vertreten und nimmt nicht an Wahlen teil. Stattdessen Ăźberlässt sie der CSU als Schwesterpartei den Vortritt. UngewĂśhnlich fĂźr ein deutsches Flächenland ist auch, dass die CSU seit 1957 ununterbrochen den Ministerpräsidenten stellt; des Ăfteren in Verbindung mit einer absoluten Mehrheit im Landtag.
Die SPD hat in Bayern mit den geringsten Zuspruch aller SPD-Landesverbände. Sie war die grĂśĂte Oppositionspartei mit einem FĂźnftel bis zu einem Drittel der Stimmen bei Landtagswahlen bis zur Landtagswahl in Bayern 2018. Bei dieser Wahl erreichte sie nur noch knapp 10 % und wurde damit nach CSU, GrĂźnen (17,5 %), den Freien Wählern und der AfD fĂźnftstärkste Partei. Hingegen zogen in der Vergangenheit die bayerischen GrĂźnen stets mit etwas unter zehn Prozent der Stimmen ins Parlament ein. Bei der letzten Landtagswahl erhielten sie erstmals sechs Direktmandate. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern und zur Bundesebene ziehen in Bayern die Freien Wähler regelmäĂig ins Landesparlament ein, während Die Linke, die Piratenpartei und die FDP politisch kaum eine Rolle spielen und nur selten bzw. noch nie in den Landtag gewählt wurden. Der AfD gelang es 2018, als sie das erste Mal zur Wahl antrat, in den neuen bayerischen Landtag einzuziehen.
In Bayern sind mehrere Regionalparteien aktiv. Die Bayernpartei setzt sich fĂźr die MĂśglichkeit einer Volksabstimmung Ăźber den Austritt Bayerns aus dem deutschen Staatsverband ein. Während sie in den 1950er- und 1960er-Jahren in den Landtag und Bundestag einzog und sich von 1962 bis 1966 an der Staatsregierung beteiligte, verlor diese Partei nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag vollkommen an Bedeutung. 2009 grĂźndete sich in Bamberg die Partei fĂźr Franken, eine regionale Kleinpartei, die sich unter anderem fĂźr eine bessere wirtschaftliche Gleichstellung Frankens innerhalb des Freistaates einsetzt.cite-ref-79[79] AuĂer bei den Kommunalwahlen 2014 konnte diese Partei bisher keine besonderen Wahlerfolge vorweisen.
Partner- und Patenschaften
Am 5. Juni 1954 Ăźbernahmen der Freistaat Bayern und die Bayerische Staatsregierung unter Hans Ehard die Patenschaft fĂźr die sudetendeutsche Volksgruppe, die nach der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik zogen.
Mit folgenden Partnerregionen pflegt der Freistaat Bayern Kontakte:cite-ref-80[80]
⢠seit 1987: China Volksrepublik Shandong, Volksrepublik China
⢠seit 1995: Sudafrika Westkap, Sßdafrika
⢠seit 1995: Sudafrika Gauteng, Sßdafrika
⢠seit 1997: Brasilien São Paulo, Brasilien
⢠seit 2004: China Volksrepublik Guangdong, Volksrepublik China
⢠seit 2007: Vereinigte Staaten Georgia, Vereinigte Staaten
Staatsverschuldung
Die Staatsverschuldung des Freistaates Bayern erhÜhte sich wie auf Bundesebene und in anderen Bundesländern langfristig. Seit 2011 werden jährlich Schulden getilgt. 1992 lagen die Schulden noch bei rund 15 Milliarden, 2010 wurde ein HÜchststand von 29 Milliarden erreicht. 2016 waren es 19 Milliarden Euro Schulden,cite-ref-referencea-81-0[81] Ende 2018 15 Milliarden Eurocite-ref-82[82] und Ende 2019 13 Milliarden Euro.cite-ref-destatis2020-83-0[83] Zum 31. März 2024 betrug der Schuldenstand von Bayern 16,9 Milliarden Euro.cite-ref-84[84] Die Staatsregierung beabsichtigt mittelfristig bis 2030 alle Schulden zu tilgen.
Innere Sicherheit
â
Hauptartikel
:
Polizei Bayern
und
Liste der Justizvollzugsanstalten in Bayern
Die bayerische Polizei ist der grĂśĂte Polizeiverband der Bundesrepublik. Im Jahr 2007 wurden in Bayern 666.807 Straftaten statistisch erfasst. 428.766 Fälle (64,3 Prozent) konnten aufgeklärt, 305.711 Tatverdächtige ermittelt werden. Dies stellt die hĂśchste Aufklärungsquote im Bundesgebiet dar. Die bayerische Polizei unterhält mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern auĂerdem die grĂśĂte Polizeihubschrauberstaffel einer Landespolizei.
Militär
Eine Bayerische Armee existierte als stehendes Heer von 1682 bis zu seiner AuflĂśsung im Jahre 1919. Ăber eine gewisse Eigenständigkeit verfĂźgte bis 1924 die Bayerische Reichswehr. In der Gegenwart hat die Bundeswehr rund 60 Standorte in Bayern mit insgesamt 50.700 Dienstposten, im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr schlieĂen in Bayern drei Standorte und die Anzahl an Dienstposten sinkt auf 31.000. GrĂśĂte Kaserne Bayerns ist die Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall.cite-ref-85[85]
In Mßnchen und Wßrzburg befinden sich Bundeswehrfachschulen. Die aus der Division Sßd entstandene 10. Panzerdivision der Bundeswehr sitzt in VeitshÜchheim. In Mßnchen haben die Sanitätsakademie der Bundeswehr, das Truppendienstgericht Sßd und die Universität der Bundeswehr, in Erding das Wehrwissenschaftliches Institut fßr Werk- und Betriebsstoffe ihren Sitz. Oberste KommandobehÜrde Bayerns ist das Landeskommando Bayern. Im Freistaat gibt es ßber 150.000 verbandlich organisierte Reservisten.cite-ref-86[86]
In Bayern gibt es mehrere US-amerikanische Militärbasen. DrittgrĂśĂter TruppenĂźbungsplatz Europas ist der TruppenĂźbungsplatz GrafenwĂśhr.
Die einst fßr die Landesverteidigung zuständigen Gebirgsschßtzen nehmen heute in der Regel nur noch repräsentative Aufgaben war, so bilden sie beispielsweise auf Bitte der Staatsregierung bei offiziellen Besuchen ausländischer Staatsoberhäupter in Bayern eine Ehrenformation.cite-ref-87[87]
Bayern in Europa
Mit der Verbindung zur Europäischen Politik und Verwaltung ist der Staatsminister fĂźr Europaangelegenheiten und Internationales Eric BeiĂwenger betraut. Die Bayerische Staatskanzlei besitzt eine Vertretung bei der Europäischen Union in BrĂźssel.cite-ref-88[88]
Bayern hat viele Beziehungen und Kooperationen zu den europäischen Nachbarstaaten, unter anderem zur Koordinierung der Alpen- und Donaupolitik. Der Freistaat Bayern wird durch Politiker im Ausschuss der Regionen vertreten. Dem Europäischen Parlament gehĂśren zwĂślf Abgeordnete aus Bayern an: fĂźnf von der CSU, drei von der SPD jeweils einer von BĂźndnis 90/Die GrĂźnen, Freie Wähler, ĂDP und Linkspartei.
Der Freistaat Bayern erhält zahlreiche FÜrderungen von der Europäischen Union, etwa 495 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds fßr Regionale Entwicklung (EFRE)cite-ref-89[89] und knapp 300 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF),cite-ref-90[90] jeweils in der FÜrderperiode 2014 bis 2020.
Bayern im Bund
Im Bundesrat hat Bayern ebenso wie Niedersachsen, Baden-Wßrttemberg und Nordrhein-Westfalen die hÜchstmÜgliche Anzahl von sechs Stimmen. Vertreten wird Bayern durch den Ministerpräsidenten Markus SÜder sowie Hubert Aiwanger, Ulrike Scharf, Florian Herrmann, Thorsten Glauber, Georg Eisenreich.cite-ref-91[91] Die Arbeit im Bundesrat wird von der Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund koordiniert. Fßr Bundesangelegenheiten zuständig ist im bayerischen Kabinett Florian Herrmann als Staatsminister fßr Bundesangelegenheiten und Medien.
Konsulate
Die wirtschaftliche Bedeutung Bayerns fĂźr den AuĂenhandel der Bundesrepublik Deutschland sowie die Bedeutung als wichtiges Zentrum von Industrie, Handel und Logistik, als Sitz von ausländischen Unternehmen und mit einer BevĂślkerung, in der zahlreiche verschiedene StaatsangehĂśrigkeiten vertreten sind, hat dazu gefĂźhrt, dass auf dem Gebiet des Freistaats Bayern 127 Staaten mit ihren Konsulaten vertreten sind. Darunter sind 45 berufs- sowie 82 honorarkonsularische Vertretungen (Stand 2022).cite-ref-92[92] Die meisten Vertretungen befinden sich in MĂźnchen und seinem Umland. Ferner sind ausländische Vertretungen in NĂźrnberg, FĂźrth und Regensburg vorhanden. Doyen des bayerischen Corps Consulaire ist der ungarische Generalkonsul GĂĄbor Tordai-LejkĂł.cite-ref-93[93]
Auszeichnungen
Die hĂśchste Auszeichnung, die der Freistaat Bayern verleiht, ist der 1853 gestiftete Bayerische Maximiliansorden fĂźr Wissenschaft und Kunst. Zur Anerkennung fĂźr hervorragende Verdienste werden etwa der Bayerische Verdienstorden, die Bayerische Verfassungsmedaille und zahlreiche weitere Orden, Medaillen und Ehrenzeichen verliehen. Auf Vorschlag von Jurys verleiht der Freistaat zahlreiche Auszeichnungen wie den Bayerischen Filmpreis oder den Bayerischen Printpreis.
Hoheitszeichen
â
Hauptartikel
:
Bayerisches Staatswappen
,
Staatsflagge Bayerns
und
Bayernhymne
Das Bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene LĂśwe, ursprĂźnglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht fĂźr die Oberpfalz, der âfränkische Rechenâ fĂźr die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther fĂźr die Altbayern und die drei schwarzen LĂśwen fĂźr Schwaben. Der weiĂ-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der KĂśnigskrone die Volkssouveränität. Das kleine Staatswappen zeigt die bayerischen Rauten und die Volkskrone. Als Wappenzeichen fungieren die bayerischen Rauten und der fränkische Rechen.
Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen, die weiĂ-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben WeiĂ und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiĂe Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten. Die gleichen weiĂ-blauen Rauten sind in vielen Stadt- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen Kurpfalz zu finden, da die Wittelsbacher auch in der Pfalz begĂźtert waren. Ein Flaggenstreit besteht um die Frankenfahne.
Die Landeshymne ist das Bayernlied. Der Ursprungstext umfasst drei Strophen und wurde von Michael Ăchsner verfasst, die Melodie stammt von Konrad Max Kunz. Dieser historisch-korrekte Text ist auch heute noch die offizielle Version (ersten beiden Strophen), wird in Schulen gelehrt sowie zu offiziellen und staatlichen Veranstaltungen gespielt. Das Bayernlied (Originalfassung) hat seit 1966 Hymnen-Status der Bundesrepublik Deutschland.
Die Bavaria (der latinisierte Ausdruck fĂźr Bayern) ist die weibliche Symbolgestalt Bayerns und tritt als personifizierte Allegorie fĂźr das Staatsgebilde Bayern in verschiedenen Formen und Ausprägungen auf. Sie stellt damit das säkulare GegenstĂźck zu Maria als religiĂśser Patrona Bavariae dar. Der Bayerische LĂśwe ist Symbolfigur des Freistaats Bayern, unter anderem auf Denkmälern und Auszeichnungen. Die Landesfarben sind weiĂ-blau.
Siehe auch
:
Liste der Wappen in Bayern
Etymologie und Schreibweise
Die allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit âyâ geht auf eine Anordnung von KĂśnig Ludwig I. von Bayern vom 20. Oktober 1825 zurĂźck, mit der die seit 1806 geltende Schreibweise âKĂśnigreich Baiernâ abgelĂśst wurde. Diese Anordnung des KĂśnigs zur Schreibung mit dem âgriechischenâ Ypsilon steht im Zusammenhang mit dessen Philhellenismus. Bis dahin wurde der Landesname oft mit âiâ geschrieben, wenngleich es auch viele ältere Belege der Schreibung mit einem âyâ gibt.cite-ref-94[94] Während der MĂźnchner Räterepublik kehrte man vorĂźbergehend zur Schreibweise âBaiernâ zurĂźck.cite-ref-95[95]
Auch zur Kaiserzeit war die Schreibweise nicht reichseinheitlich: Der preuĂische Ministerpräsident Otto von Bismarck verwendete im Briefwechsel mit Ludwig II. um 1880 die alte i-, der BayernkĂśnig hingegen die y-Schreibweise.cite-ref-96[96]
Der Stamm der einheimischen BevĂślkerung Altbayerns (ohne Franken und bayerisches Schwaben) wird weiterhin als die Baiern (in anderen Abschnitten auch Altbayern genannt) bezeichnet,cite-ref-97[97] ebenso lautet die Bezeichnung fĂźr den Dialekt Bairisch (in dieser Schreibung bezeichnet das Wort auch die in Ăsterreich gesprochenen Dialekte).
Der Begriff Bayern bzw. Baiern ist auf das Volk der Bajuwaren zurĂźckzufĂźhren. Der volle Name der Bajuwaren wird hergeleitet aus einem mutmaĂlichen germanischen Kompositum *BajowarjĹz (Plural). Ăberliefert ist dieser Name als althochdeutsch Beiara, Peigira, latinisiert Baiovarii.cite-ref-98[98] Es wird angenommen, dass es sich dabei um ein Endonym handelt. Hinter dem Erstglied Baio steckt das Ethnikon des zuvor bewohnenden keltischen Stammes der Boier, der im althochdeutschen Landschaftsnamen BÄheima âBĂśhmenâ (urgermanisch *Bajohaimaz âHeim der Boierâ, spätlateinisch dann Boiohaemum) und im onomastischen AnknĂźpfungspunkt (Baias, Bainaib usw.)cite-ref-99[99] erhalten ist. Das Zweitglied -ware bzw. -varii der Bewohnerbezeichnung Bajuwaren stammt aus urgermanisch *warjaz âBewohnerâ (vgl. altnordisch RĂłmverjar âRĂśmerâ, altenglisch burhware âStadtbewohnerâ),cite-ref-100[100] das zu wehren (urgermanisch *warjana-) gehĂśrt (vgl. auch walisisch gwerin âMenschenmengeâ). Der Name âBaiernâ wird deshalb als âBewohner BĂśhmensâ gedeutet. Die Namensdeutung ist allerdings weiterhin umstritten.
Verwaltungsgliederung
â
Hauptartikel
:
Verwaltungsgliederung Bayerns
Regierungsbezirke und Bezirke
Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist fßr den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungssprengel eingeteilt, die Regierungsbezirke (laut Verfassung Kreise) genannt werden. Die Regierungsbezirke werden durch die Regierungen geleitet, denen je ein Regierungspräsident vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die MittelbehÜrden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren. Nachstehend sind die Regierungsbezirke sortiert nach dem Amtlichen Gemeindeschlßssel (AGS) und mit den Abkßrzungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern.
Geografisch deckungsgleich mit den Regierungsbezirken sind in Bayern die Bezirke gleichen Namens. Anders als die Regierungsbezirke, welche die Ürtliche Zuständigkeit der Regierungen festlegen, sind die Bezirke kommunale GebietskÜrperschaften des Üffentlichen Rechts. Der Bezirk ist in Bayern die dritte kommunale Ebene ßber den Gemeinden (erste Ebene) und Landkreisen (zweite Ebene). Sie sind SelbstverwaltungskÜrperschaften und haben daher demokratisch gewählte Verwaltungsorgane, den Bezirkstag, der alle fßnf Jahre von den Wahlberechtigten des Bezirks direkt gewählt wird, und einen Bezirkstagspräsidenten, der aus der Mitte des Bezirkstags gewählt wird. Sie kÜnnen anders als die Regierungsbezirke Wappen und Flaggen wie eine Gemeinde oder ein Landkreis fßhren.
Siehe auch
:
Liste der Regierungsbezirke Bayerns
| Regierungsbezirk | Regierung | Hauptstadt | AGS | Abk. | Fläche in km² 1. Januar 2019 [ 101 ] | Einwohner 31. Dezember 2024 [ 102 ] | Einwohner pro km² |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Oberbayern | Regierung von Oberbayern | MĂźnchen | 091 | OB | 17.529,10 | 4.764.548 | 272 |
| Niederbayern | Regierung von Niederbayern | Landshut | 092 | NB | 10.325,93 | 1.259.204 | 122 |
| Oberpfalz | Regierung der Oberpfalz | Regensburg | 093 | OPf. | 0 9.690,12 | 1.121.379 | 116 |
| Oberfranken | Regierung von Oberfranken | Bayreuth | 094 | Ofr. | 0 7.231,12 | 1.055.758 | 146 |
| Mittelfranken | Regierung von Mittelfranken | Ansbach | 095 | Mfr. | 0 7.243,69 | 1.795.909 | 248 |
| Unterfranken | Regierung von Unterfranken | WĂźrzburg | 096 | Ufr. | 0 8.530,08 | 1.318.817 | 155 |
| Schwaben | Regierung von Schwaben | Augsburg | 097 | Schw. | 0 9.991,54 | 1.933.313 | 193 |
| Freistaat Bayern | Bayerische Staatsregierung | MĂźnchen | 09 0 | BY | 70.541,57 | 13.248.928 0 | 188 |
Planungsregionen
â
Hauptartikel
:
Planungsregionen in Bayern
Bayern hat 18 Planungsregionen. Sie sind regionale Planungsräume, in denen nach dem Bayerischen Landesentwicklungsprogramm ausgewogene Lebens- und Wirtschaftsbeziehungen erhalten oder entwickelt werden sollen. Hierzu wird fßr jede Region ein Regionalplan aufgestellt. Die Region Donau-Iller (15) ist die erste länderßbergreifende Planungsregion Deutschlands mit einem Üstlichen Teil in Bayern und einem westlichen Teil in Baden-Wßrttemberg.
Landkreise und kreisfreie Städte
â
Hauptartikel
:
Liste der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern
,
Landkreise in Bayern
und
Liste der Landkreise und Bezirksämter Bayerns
Die sieben Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte.cite-ref-politischegliederung-103-0[103] Die Landkreise und die kreisfreien Städte sind kommunale GebietskÜrperschaften mit Selbstverwaltungsrecht. Die Landkreise haben als Verwaltungsorgane den Kreistag und den Landrat. Die kreisfreie Stadt handelt durch den Stadtrat und den Oberbßrgermeister. Sowohl der Landrat beziehungsweise der Oberbßrgermeister als auch der Kreistag beziehungsweise der Stadtrat werden von den Wahlberechtigten auf die Dauer von sechs Jahren gewählt (sßddeutsche Ratsverfassung).
Die Landkreise bilden gleichzeitig Sprengel, welche die Ürtliche Zuständigkeit der UnterbehÜrden der allgemeinen und inneren Verwaltung festlegen. Anders als auf der Ebene der Regierungsbezirke hat der Staat hier jedoch keine eigenen inneren BehÜrden errichtet, sondern bedient sich durch Organleihe des Landrates zur Erfßllung der Aufgaben der staatlichen Verwaltung; der Landrat ist insoweit KreisverwaltungsbehÜrde. Bei den kreisfreien Städten ist im Gegensatz dazu eine Vollkommunalisierung gegeben, da ihnen die Aufgaben der unteren staatlichen VerwaltungsbehÜrde zur selbstständigen Erledigung ßbertragen werden.
FlächengrĂśĂter Landkreis Bayerns ist der Landkreis Ansbach (Mittelfranken). Der Landkreis MĂźnchen (Oberbayern) ist mit 354.396 Einwohnern (31. Dezember 2024) der bevĂślkerungsreichste Landkreis des Freistaates. Schwabach (Mittelfranken) ist Bayerns bevĂślkerungsärmste kreisfreie Stadt mit 40.835 Einwohnern (31. Dezember 2024).
Gemeinden
â
Hauptartikel
:
Liste der Städte und Gemeinden in Bayern
,
Liste der Märkte in Bayern
und
âBayernâ im Artikel Liste der kreisangehĂśrigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland
Der Freistaat Bayern besteht aus 2.056 politisch selbständigen Gemeinden (Stand: 31. Januar 2025)cite-ref-politischegliederung-103-1[103] sowie 161 gemeindefreien Gebieten, meist Seen und Forste (Stand: 1. Januar 2026). Von den 2031 kreisangehÜrigen Gemeinden sind 982 Mitgliedsgemeinden in einer der 311 Verwaltungsgemeinschaften (Stand: 1. Juli 2021).cite-ref-politischegliederung-103-2[103]
Die Gemeinden verteilen sich (Stand: 31. Januar 2025) auf 25 kreisfreie Städte und 29 GroĂe Kreisstädte.cite-ref-politischegliederung-103-3[103] Zum 31. Januar 2025 gab es 264 sonstige Städte, 386 Märkte und 1.352 sonstige Gemeinden. Zusätzlich sind 13 Orte zu leistungsfähigen kreisangehĂśrigen Gemeinden ernannt worden, die bestimmte Aufgaben der Bauaufsicht Ăźbernehmen. Während kreisfreie Städte die gleichen Aufgaben wie Landkreise Ăźbernehmen, haben groĂe Kreisstädte nur einige Aufgaben, die Ăźber die einer ânormalenâ kreisangehĂśrigen Gemeinde hinausgehen. Obwohl das Marktrecht heute keine rechtliche Bedeutung hat, kĂśnnen grĂśĂere kreisangehĂśrige Gemeinden auf deren Antrag auch heute noch von der Bayerischen Staatsregierung offiziell zum âMarktâ erklärt werden. Der Begriff âMarktgemeindeâ ist in Bayern keine offizielle Bezeichnung fĂźr eine Kommune. Es kommt dort aber vor, dass der Begriff âMarktâ offizieller Bestandteil des Gemeindenamens ist, zum Beispiel Markt Berolzheim oder Markt Einersheim.
FlächengrĂśĂte und einwohnerstärkste Gemeinde Bayerns ist MĂźnchen, flächenkleinste Gemeinde ist Buckenhof im Landkreis Erlangen-HĂśchstadt, einwohnerärmste Gemeinde ist Chiemsee im Landkreis Rosenheim. Unterhaching ist die einwohnerstärkste Gemeinde Bayerns ohne eigenes Markt- oder Stadtrecht.
Verwaltungsreformen
Die einzige Kreisreform in Bayern fand mit Wirkung vom 1. Juli 1972 statt. Alle weiteren Ănderungen der Kreisgrenzen sind auf kleinere, nicht grundlegende Reformen zurĂźckzufĂźhren, bei denen es sich hauptsächlich um Gemeindegebietsreformen handelte. Manchmal wurden Gemeinden in bestehende Gemeinden eingemeindet, manchmal wurde auch eine neue Gemeinde gebildet. Von 1971 bis 1980 wurde in Folge von Gemeindefusionen die Effizienz der Gemeinden stark vergrĂśĂert. Die Zahl der Gemeinden wurde von etwa 7000 auf rund 2050 reduziert, die Zahl der Landkreise sank von 143 auf 71, die Zahl der kreisfreien Städte sank von 48 auf 25. Zugleich wurde die Verwaltungseinheit der GroĂen Kreisstadt eingefĂźhrt.
Siehe auch
:
Gebietsreform in Bayern
und
Kreisreformen in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990#Bayern
Wirtschaft und Verkehr
â
Hauptartikel
:
Wirtschaft Bayerns
Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarker und reicher Staat, er hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologiestandort entwickelt. 2021 betrug der Anteil Bayerns an der deutschen Wirtschaftsleistung 18,5 Prozent.cite-ref-104[104] Eine groĂe Bedeutung haben in Bayern die Familienunternehmen. In der Platzierung der 1000 grĂśĂten Unternehmencite-ref-105[105] dieses Typus liegt Bayern mit 193 Unternehmen im Bundesländervergleich (nach Nordrhein-Westfalen) auf Rang zwei.cite-ref-106[106] Die grĂśĂten Unternehmen in maĂgeblichem Unternehmerbesitz sind BMW, Schaeffler und Knauf.cite-ref-107[107]
Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union, ausgedrßckt in Kaufkraftstandards, erreichte Bayern 2014 einen Index von 151 (EU-28: 100; Deutschland: 131).cite-ref-eurostat-108-0[108] Die Arbeitslosenquote beträgt 3,8 % (Dezember 2024)cite-ref-109[109]. Die hÜchste Arbeitslosenquote Bayerns hatte 2019 die Stadt Schweinfurt.cite-ref-110[110]
Bayern â insbesondere der Raum NĂźrnberg â erfuhr des Ăfteren WerkschlieĂungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen. Mitte der 1980er-Jahre begann der Niedergang des BĂźromaschinenherstellers Triumph-Adler; 2003 lĂśste sich die Grundig AG auf. Von 2005 bis 2007 erfolgte die SchlieĂung und Verlagerung des AEG-Stammwerks ins Ausland. Der ehemals weltgrĂśĂte Versandhaus-Konzern Quelle GmbH ging 2009 in Insolvenz und wurde aufgelĂśst.
SĂźdbayern
Die wirtschaftlich stärkste Region ist der GroĂraum MĂźnchen mit Automobilindustrie (BMW, Audi, MAN, Knorr-Bremse), IT-Sektor (Siemens, Nokia Networks, Infineon, Microsoft, Nemetschek SE), Medien und Verlagen (ProSiebenSat.1 Media, Vodafone Kabel Deutschland, Hubert Burda Media), RĂźstungsindustrie (Airbus, Krauss-Maffei) und Touristik (Museen, Oktoberfest, Kongressen, Messen). Weitere bedeutende Wirtschaftsstandorte in SĂźdbayern sind Augsburg (Airbus, Fujitsu Technology Solutions, MAN, KUKA, UPM-Kymmene, Verlagsgruppe Weltbild), Ingolstadt (Audi, MediaMarktSaturn Retail Group) und das Bayerische Chemiedreieck zwischen Chiemsee, Inn und Salzach.
Nordbayern/Franken
Den mit Abstand zweitgrĂśĂten Wirtschaftsstandort stellt der GroĂraum NĂźrnberg mit Industrieunternehmen (Dehn, Leistritz Group, Max BĂśgl, Schmitt + Sohn, Siemens), Sportartikelherstellern (Adidas, Puma, uvex), Spielwarenproduzenten (Playmobil, Simba-Dickie-Group, Trix, NSV, Herpa, Bruder), Schreibwarenherstellern (Faber-Castell, Lyra, Staedtler, Schwan-Stabilo), Automobilindustrie (Alcan/NĂźral, Leoni, MAN, Schaeffler), RĂźstungsunternehmen (Diehl, RUAG Ammotec, RWS), Dienstleistern (DATEV, Ergo Direkt, GfK, Immowelt, noris network, NĂźrnberger Versicherung, SUSE), Druckereien und Verlagen (Olympia-Verlag, Tessloff Verlag, Verlag NĂźrnberger Presse) sowie Touristik (Museen, Christkindlesmarkt, Kongressen und Messen) dar.
Daneben kann in Nordbayern der Raum zwischen Aschaffenburg und WĂźrzburg/Schweinfurt sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen, etwa eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich unter sechs Prozent und eine florierende Wirtschaft. Gleiches gilt fĂźr Regensburg (Continental Automotive, Maschinenfabrik Reinhausen, BMW, Siemens, Infineon, Osram Opto Semiconductors), das seit Jahren an Wirtschaftskraft zunimmt. Ein weiterer Wirtschaftsraum ist Hochfranken. Vertreten sind dort Nexans, Dennree, Scherdel und Netzsch.
Manche Grenzregionen sind durch Wettbewerbsvorteile in den Nachbarstaaten einesteils und mangelnde Infrastruktur andernteils von Subventionen abhängig. Speziell der Bayerische Wald hatte zu Zeiten des Kalten Krieges durch seine abseitige Lage im Zonenrandgebiet wenig Standortattraktivität besessen. Zwar fiel nach 1990 dort der Eiserne Vorhang zur Tschechoslowakei, gleichzeitig wurde im wiedervereinigten Deutschland die ZonenrandfĂśrderung aufgehoben, und zugleich bot das angrenzende Tschechien â ab 2004 Mitglied der Europäischen Union â oft bessere Investitionsanreize.
Tourismus
Der Tourismus gilt aufgrund seines hohen Beitrags zur bayerischen Wirtschaft als âLeitĂśkonomieâ. So betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft 2016 fast 24 Milliarden Euro, die Tagesreisen stellten mit 63 Prozent den grĂśĂten Anteil davon. Die Beherbergungsindustrie spielt in Bayern mit 13.400 Beherbergungsbetrieben mit mindestens neun Betten und 548.000 Gästebetten eine groĂe Rolle. Das bedeutet, dass sich etwa jeder vierte deutsche Beherbergungsbetrieb in Bayern befindet.cite-ref-111[111] Nach Mecklenburg-Vorpommern war Bayern im Jahre 2014 das zweitbeliebteste innerdeutsche Urlaubsziel (gemessen an Reisen ab fĂźnf Tagen Dauer).cite-ref-112[112] 2018 hat der Tourismus in Bayern mit 39,1 Millionen AnkĂźnften und 98,7 Millionen Ăbernachtungen den achten Ankunfts- und Ăbernachtungsrekord in Folge erzielt.cite-ref-113[113] Bayern war 2018 das beliebteste Reiseziel ausländischer Gäste in Deutschland.cite-ref-114[114]
Touristisch sind neben MĂźnchen besonders die Regionen um die bayerischen Seen und in den Alpen, die kulturhistorisch bedeutenden Städte NĂźrnberg (mit der historischen Meile, Reichsparteitagsgelände und seinen Museen), Augsburg (mit der Fuggerei, Stadtmauer, Renaissancebauten) sowie Regensburg (mit der historischen Altstadt als UNESCO-Welterbe seit 2007) stark. Oberbayern nimmt mit 38,0 Millionen Ăbernachtungen einen Spitzenplatz unter den Regierungsbezirken ein, das zweitstärkste Zielgebiet ist Bayerisch Schwaben mit 15,5 Millionen.cite-ref-115[115] Die offizielle Marketinggesellschaft der bayerischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist seit Jahresbeginn 2000cite-ref-116[116] die Bayern Tourismus Marketing GmbH (MĂźnchen).cite-ref-117[117] Zuständig fĂźr die touristischen Angebote und die zugehĂśrige Qualitätssicherung sind die vier regionalen Tourismusverbände: Tourismusverband Allgäu/Bayerisch Schwaben, Tourismusverband Franken, Tourismusverband Ostbayern und der Tourismus Oberbayern MĂźnchen.
Siehe auch
:
Liste der Tourismusregionen in Bayern
Energie
Verbrauch
Der Primärenergieverbrauch im Land ist recht konstant und lag im Jahr 2010 bei 578,2 Milliarden Kilowattstunden, nach 556,8 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2009 und 566,6 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2008.cite-ref-118[118] Dies kann einer steigenden Energieproduktivität zugeschrieben werden, also einer verbesserten wirtschaftlichen Produktivität im Verhältnis zur eingesetzten Energie. Diese ist seit 1995, das als Basisjahr angelegt wird, fast durchgehend gestiegen. Die Jahre 2008 und 2009 fallen hinter den Bestwert im Jahr 2007 zurßck.cite-ref-119[119]
Die grĂśĂten Energieverbraucher im Jahr 2010 waren die Privathaushalte, die 29 Prozent des Endenergieverbrauches ausmachten. Die Bereiche Industrie und Verkehr benĂśtigten gleichermaĂen 28 Prozent der Endenergie und damit nur geringfĂźgig weniger als die Haushalte. Etwas abgeschlagen war der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen mit insgesamt 15 Prozent am Endenergieverbrauch.cite-ref-120[120]
Energieversorger
In Bayern waren im Jahr 2013 ungefähr 420 Energieversorger in einem oder mehreren Bereichen angesiedelt: Circa 350 dieser Versorger engagierten sich in der Stromversorgung, ungefähr 100 wirtschafteten im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung, etwa 140 befassten sich mit der Erdgas-Sparte.cite-ref-121[121]
Strommix
Die Kernenergie hatte bis 2023 den grĂśĂten Anteil an der Nettostromerzeugung. Der Anteil der erneuerbaren Energien steigt stetig an. Konventionelle Gase tragen mit 15,5 Prozent zur Nettostromerzeugung bei â dieser Anteil liegt nahezu im Bundesdurchschnitt (14 Prozent). Die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken ist relativ unbedeutend, ihr Anteil beträgt 4,1 Prozent (bundesweiter Durchschnitt von Braun- und Steinkohle insgesamt 42 Prozent). Einen noch geringeren Anteil besitzen mineralische Ăle mit 2,6 Prozent, die bundesweit im Schnitt seltener genutzt werden (HeizĂśl, Pumpspeicher und andere hier insgesamt 5 Prozent) (Stand: jeweils 2011).cite-ref-122[122]cite-ref-123[123]
Kernenergie
An drei Standorten in Bayern befinden sich Kernkraftwerke (KKW Isar, KKG Grafenrheinfeld und KKW Gundremmingen), die mittlerweile im Zuge des Atomausstieges abgeschaltet wurden. In Garching bei MĂźnchen wird ein Forschungsreaktor betrieben (FRM II). Der von Franz Josef StrauĂ forcierte Bau der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf wurde 1989 nach heftigen Protesten und Auseinandersetzungen eingestellt.cite-ref-124[124]
Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien trugen 2023 mit 70,0 % zur Bruttostromerzeugung bei.cite-ref-energieatlas-125-0[125] Der hohe Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung fuĂt vor allem auf dem bedeutenden Anteil der Photovoltaik mit 37,8 %, die auch weiterhin den stärksten Zuwachs hat. Bereits seit Jahrzehnten genutzt, befindet sich auf Rang 2 mit 27,1 %, die Wasserkraft: Die Stromerzeugung aus speicherbarer Biomasse hatte einen Anteil von 20,0 %. Weiterhin weniger bedeutend ist die Nutzung der Windenergie â der Beitrag beläuft sich auf 13,8 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung (Stand: jeweils 2023).cite-ref-energieatlas-125-1[125] Im Bundesländervergleich âErneuerbare Energien, installierte Leistungâ belegte Bayern im Jahr 2023 beim Strom den ersten Platz vor Niedersachsen.cite-ref-126[126]
Windenergie in Bayern: (Nach dem damaligen Energiekonzept (2011) sollten bis 2021 erneuerbare Energien dem Bayerischen Landtag zufolge einen Anteil von 20 Prozent am Endenergieverbrauch und 50 Prozent am Stromverbrauch erreichen.cite-ref-127[127]cite-ref-128[128]) Nach diesem Energiekonzept sollte die Windenergie bis 2025 ca. 6 bis 10 Prozent des Strombedarfes decken, was etwa dem Neubau von 1000 bis 1500 zusätzlichen Windkraftanlagen entspricht. Im Widerspruch zu diesem Ziel wurden 2014 deutlich verschärfte restriktive Abstandsregelungen in Form der 10-H-Regelung eingefßhrt und ein Jahr später das Windenergieausbauziel auf 5 bis 6 Prozent des Strombedarfes reduziert. Daraufhin brach die Zahl der Baugenehmigungen von 336 im Jahr 2014 auf 25 im Jahr 2015 ein. Bei einer GesamthÜhe von 200 m stehen fßr die Windenergienutzung theoretisch nur 0,05 % der Landesfläche zur Verfßgung; unter Berßcksichtigung, dass nur manche Standorte auch genßgend Wind aufweisen, nur 0,01 %.cite-ref-129[129] Im Jahr 2023 waren 1148 Windkraftanlagen (Mitte 2018 waren es 1159) mit einer Gesamtleistung von 2666 MW (Mitte 2018 waren es 2510 MW) installiert. 2023 wurden 5,9 Mrd. kWh Strom erzeugt. Das entspricht der Versorgung von rd. 1,8 Mio. Haushalte (gemittelter Jahresstromverbrauch eines Durchschnitts-Haushalts von 3.200 kWh).cite-ref-130[130]
Siehe auch
:
Liste von Windkraftanlagen in Bayern
Medien
Bayern ist Sitz mehrerer bedeutender Medienunternehmen, insbesondere in der Landeshauptstadt MĂźnchen. Dort, beziehungsweise im Umland von MĂźnchen, befinden sich etwa Ăśffentlich-rechtliche Medien wie der Bayerische Rundfunk und die Programmdirektion des ARD-Gemeinschaftsprogramms Das Erste und des ZDF-Landesstudios Bayern sowie private Fernseh- und HĂśrfunkanbieter wie Antenne Bayern, ProSiebenSat.1 Media, Sport1 oder Sky Deutschland. Des Weiteren sind in MĂźnchen etwa 250 ansässige Verlage und groĂe Zeitungen wie die SĂźddeutsche Zeitung (SZ) angesiedelt. NĂźrnberg bildet einen der grĂśĂten Verlagsstandorte Deutschlands; dort werden beispielsweise das bundesweit erscheinende Sportmagazin Kicker des NĂźrnberger Olympia-Verlags und die NĂźrnberger Nachrichten, eine der grĂśĂten deutschen Tageszeitungen mit einer Auflage von rund 190.000 Exemplaren, herausgegeben.
Siehe auch
:
Verband Bayerischer Lokalrundfunk
BayernWLAN
Der Freistaat Bayern betreibt ein groĂflächiges Netz von Ăźber 40.000cite-ref-131[131] kostenfrei angebotenen BayernWLAN-Hotspots mit der WLAN-SSID @BayernWLAN. Im Bereich des Ăśffentlichen Personennahverkehrs unterstĂźtzt der Freistaat Bayern die Kommunen bei der Einrichtung von WLAN-Angeboten finanziell und organisatorisch.cite-ref-132[132]
Verkehr
Internationaler Verkehr
Im internationalen StraĂen- und Bahnverkehr sind die Verbindungen von Deutschland nach Ăsterreich und darĂźber hinaus nach Italien und SĂźdosteuropa von Ăźberragender Bedeutung. Beispielhaft sind hier die Verbindungen von NĂźrnberg Ăźber Regensburg und Passau nach Linz, die Verbindungen von WĂźrzburg bzw. NĂźrnberg und MĂźnchen Ăźber Rosenheim nach Salzburg beziehungsweise Innsbruck sowie die Verbindung von MĂźnchen Ăźber Lindau nach Bregenz und ZĂźrich zu erwähnen. Hingegen sind die Verkehrsverbindungen ins benachbarte Tschechien bei weitem nicht von vergleichbarer Relevanz, lediglich die Bundesautobahn 6 wurde nach der politischen Wende in der Tschechischen Republik verwirklicht. Insbesondere die Bahnverbindungen in die Tschechische Republik sind bis heute nicht sehr leistungsfähig. Eine Elektrifizierung wurde bisher auf keiner nach Tschechien fĂźhrenden Verbindung umgesetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich in der tschechoslowakischen Stadt Cheb (Eger) ein Bahnknotenpunkt, der mittels Korridorverbindungen im deutschen Binnenverkehr genutzt wurde. Seit seinem Bestehen unterstand er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bayerischen beziehungsweise deutschen Bahnverwaltungen. Zu Zeiten des Kalten Krieges besaĂ die Verbindung von NĂźrnberg Ăźber Cheb nach Prag eine vergleichsweise wichtige Bedeutung. Heute bestehen von NĂźrnberg aus nur noch Umsteigeverbindungen mit RegionalzĂźgen Ăźber Cheb und Furth im Wald, während von MĂźnchen aus mit dem Alex eine Direktverbindung Ăźber Regensburg (Richtungswechsel), Schwandorf (erneuter Richtungswechsel) und Furth im Wald nach Prag besteht. FĂźr die Zukunft wird im Rahmen des Projektes Donau-Moldau-Bahn eine Elektrifizierung der Verbindung geplant. FĂźr den Fernverkehr von NĂźrnberg nach Prag bietet die Deutsche Bahn Fernbusse an.
StraĂen
Durch Bayern fĂźhren unter anderem die Autobahnen A 3, 6, 7, 8, 9 und 70 sowie die seit dem Herbst 2005 fertiggestellte A 71 und die im August 2008 fertiggestellte A 73, die Bayern mit ThĂźringen verbinden. Anbindung an das Bundesland Hessen besteht Ăźber die A 3, die A 7 sowie ein kleines TeilstĂźck der A 45. Ăber die A 72 erhält man Anschluss an den Freistaat Sachsen. SternfĂśrmig von MĂźnchen aus fĂźhren die A 95 nach Garmisch-Partenkirchen, die A 96 Ăźber Memmingen nach Lindau, die A 93 Ăźber Regensburg nach Hof, die A 92 Ăźber Landshut nach Deggendorf und die A 94 in Abschnitten nach Passau. Von der A 95 zweigt die A 952 als Verbindung zum Starnberger See ab. SĂźdlich verbindet ein StĂźck der A 93 die A 8 mit der Brenner Autobahn. Seit den 1970er-Jahren geplant, bisher wegen Streitigkeiten um die TrassenfĂźhrung nur in Abschnitten fertiggestellt ist die A 94 von MĂźnchen Ăźber AltĂśtting nach Passau. Daneben fĂźhrt auch eine groĂe Anzahl an BundesstraĂen durch Bayern. Den MĂźnchner Ring bilden die Autobahnen A 99 mit der Eschenrieder Spange (auch A 99a genannt) und die A 995. Ergänzt werden diese durch Staats-, Kreis- und GemeindestraĂen.
Bayern ist damit straĂenverkehrsmäĂig gut erschlossen. Dennoch stammen mit 344 Projekten zu Bundesautobahnen und BundesstraĂen 18,5 Prozent der Anmeldungen zum Bundesverkehrswegeplan 2030 aus Bayern.
Bayern bekam vom seit 2009 CSU-gefĂźhrten Bundesverkehrsministerium im Zeitraum von 2009 bis 2018 vermehrt Investitionen aus Bundesmitteln zugewiesen. Gemessen an Infrastruktur und Einwohnerzahl waren dies Ăźberproportional viele Gelder vor allem fĂźr FernstraĂen. Von 2014 bis 2019 wurden beispielsweise in Bayern 243 BrĂźcken von insgesamt ca. 4.700 saniert, in Nordrhein-Westfalen 100 von fast 4.400. In die FernstraĂen in Bayern wurden 2 Milliarden Euro investiert, im bevĂślkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen 1,4 Milliarden Euro. Bayern erhielt auch Ăźber den Gesamtzeitraum die hĂśchste Mittelzuweisung und hatte dabei die grĂśĂte Aufstockung der Mittel.cite-ref-133[133]cite-ref-134[134] So konnten in Bayerncite-ref-135[135] (bzw. im Vergleich dazu in NRWcite-ref-136[136]) von 2011 bis 2018 an neu gebauten StraĂenkilometern fertiggestellt werden: fĂźr Autobahnen 13 km (24 km) und fĂźr BundesstraĂen 120 km (0 km).
Im SĂźden wird Bayern Ăźberdies gerne als AbkĂźrzung im innerĂśsterreichischen Verkehr benutzt, da aufgrund der geographischen Gegebenheiten der Weg durch die Alpen bei weitem länger ist als von Innsbruck Ăźber die A 8 oder von Lofer Ăźber die B 21 oder B 305 nach Salzburg (âGroĂesâ bzw. âKleines Deutsches Eckâ).
Schienen-, Flug- und Schiffsverkehr
Bayern verfĂźgt Ăźber ein dichtes Streckennetz im Eisenbahnverkehr mit zahlreichen BahnhĂśfen. Der MĂźnchener und der NĂźrnberger Hauptbahnhof sind zwei der grĂśĂten in Deutschland und stellen dabei wichtige Knotenpunkte im transeuropäischen Verkehr dar. Die Städte MĂźnchen und NĂźrnberg verfĂźgen Ăźber U- und S-Bahnen mit einem weiten Einzugsgebiet.
Eines der grĂśĂten europäischen Drehkreuze fĂźr den Flugverkehr ist der Flughafen MĂźnchen âFranz Josef StrauĂâ. Neben dem internationalen Flughafen NĂźrnberg âAlbrecht DĂźrerâ, gibt es noch den Flughafen Memmingen und zahlreiche Verkehrslandeplätze. 2018 kam es viermal zu einem Treibstoffschnellablass Ăźber Bayern. Dabei wurden insgesamt 107 Tonnen Kerosin abgelassen.cite-ref-137[137]
Die meisten Binnenschifffahrten finden auf der Donau, dem Main sowie auf dem Main-Donau-Kanal statt. HierfĂźr gibt es zahlreiche GĂźterhäfen. Mit einer jährlichen Umschlagleistung von rund 15 Millionen Tonnen ist das trimodale GĂźterverkehrszentrum am NĂźrnberger Hafen das grĂśĂte und bedeutendste multifunktionale GĂźterverkehrs- und Logistikzentrum SĂźddeutschlands.
Siehe auch
:
Liste der stillgelegten Eisenbahnstrecken in Bayern
,
Liste der SPNV-Linien in Bayern
und
Liste der PersonenbahnhĂśfe in Bayern
Kultur
Theater, Schauspiel und Oper
Bayern verfßgt ßber mehrere Staatstheater. Die Bayerische Staatsoper im Nationaltheater Mßnchen gilt als das national und international renommierteste Haus in Bayern. Des Weiteren spielen in Mßnchen das Bayerische Staatsschauspiel, das Residenztheater Mßnchen, das Bayerische Staatsballett und das Staatstheater am Gärtnerplatz. Daneben bestehen das Staatstheater Nßrnberg und das Staatstheater Augsburg, die aus den jeweiligen städtischen Bßhnen hervorgegangen sind.
Sechzehn Theater werden von bayerischen Kommunen getragen. Mehrspartenhäuser sind hierbei die Theater in Regensburg, WĂźrzburg, Hof und Coburg. Vorwiegend oder ausschlieĂlich Sprechtheater bieten das E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg, Das Theater Erlangen, das Stadttheater FĂźrth und das Stadttheater Ingolstadt sowie in der bayerischen Landeshauptstadt die MĂźnchner Kammerspiele und das MĂźnchner Volkstheater. Die vier LandesbĂźhnen sind in Memmingen, Landshut/Passau/Straubing, Coburg und DinkelsbĂźhl beheimatet.cite-ref-138[138]
Theater fßr Kinder und Jugendliche bieten neben den Kinder- und Jugendsparten der kommunal gefÜrderten Häuser unter anderem die Schauburg in Mßnchen oder das Theater Pfßtze und das Theater Mummpitz in Nßrnberg an. Internationale Bekanntheit erlangte die Augsburger Puppenkiste durch ihre Fernsehproduktionen, das Figurentheater bietet jedoch auch ein Programm fßr Erwachsene an.
Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an freien und privaten Theatern sowie Volks- und Bauerntheatergruppen.cite-ref-139[139]
Die von Richard Wagner gegrßndeten Bayreuther Festspiele sind ein international bedeutendes Festival. Jährlich finden in wechselnden Städten die Bayerischen Theatertage statt.
Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth wird seit 2018 wieder bespielt.cite-ref-140[140]
Musik
Bayern wird traditionell als die Heimat der Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler angesehen. Aus Bayern stammen bekannte Komponisten wie Max Reger, Carl Orff, Wilfried Hiller, Richard Strauss und Christoph Willibald Gluck. Die Regensburger Domspatzen, die Augsburger Domsingknaben, der TÜlzer Knabenchor und der Windsbacher Knabenchor sowie der Mßnchener Bach-Chor sind weltweit bekannte ChÜre. Zu den bekanntesten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen die Mßnchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bamberger Symphoniker, das Bayerische Staatsorchester am Nationaltheater, die Augsburger Philharmoniker am Staatstheater Augsburg, das Mßnchener Bach-Orchester, die Bayerische Kammerphilharmonie in Augsburg, die Mßnchner Symphoniker, das Mßnchener Kammerorchester, das Georgische Kammerorchester in Ingolstadt, die Nßrnberger Philharmoniker am Staatstheater Nßrnberg, die Nßrnberger Symphoniker und die Hofer Symphoniker, die als einziges Orchester auch Musikschßler ausbilden.
Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Bayreuther Festspiele und die MĂźnchner Opernfestspiele. Ein weiteres Highlight in der Musikszene sind die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele, die in Regensburg seit mehreren Jahren unter dem Protektorat von Gloria von Thurn und Taxis gegeben werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig an. Ebenfalls beachtenswert sind der MĂźnchner Kaiserball sowie der NĂźrnberger Opernball.
Film
Bayern ist zusammen mit der Landeshauptstadt Mßnchen, dem Bayerischen Rundfunk sowie der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft Gesellschafter der Internationalen Mßnchner Filmwochen GmbH, die sowohl das alljährliche Filmfest Mßnchen als auch das Internationale Festival der Filmhochschulen Mßnchen organisieren.
In Nßrnberg finden im jährlich wechselnden Turnus das Nuremberg International Human Rights Film Festival sowie der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis statt. Zusätzlich beheimatet die Stadt neben dem Filmfestival Tßrkei/Deutschland auch das Fantasy Filmfest.
In Hof (Saale) finden alljährlich die Hofer Filmtage statt. Ihr Grßnder Heinz Badewitz starb 2016, das Festival existiert aber weiterhin. Bei den Filmtagen stehen vor allem deutsche, aber auch internationale Weltpremieren im Vordergrund.
KĂźche
Siehe auch
:
Altbayerische KĂźche
,
Fränkische Kßche
und
Schwäbische Kßche
Durch das Nebeneinander der zwei Stämme Altbayern und Franken, dazu kulturelle Teile von Schwaben, ist die Kßche im Freistaat Bayern sehr vielfältig:
⢠Leberkäse
⢠Fingernudeln (Schupfnudeln)
⢠Saures Lßngerl
⢠Hofer Schnitz (Gemßseeintopf aus dem Osten Oberfrankens)
Veranstaltungen
Volksfeste und Kirchweihen sind in Bayern weit verbreitet. Anfänglich gedachte man damit der Kirchenweihe. Vielerorts gibt es viele Kirchweih-Traditionen, wie das Aufstellen eines Kirchweihbaumes.cite-ref-141[141] In grĂśĂeren Städten wird meist anstatt einer Kirchweih ein Volksfest begangen. Das grĂśĂte Volksfest der Welt ist das MĂźnchner Oktoberfest (Wiesn) mit 6,3 Millionen Besuchern im Jahr 2014.cite-ref-142[142] Weitere groĂe Volksfeste in Bayern sind das Gäubodenvolksfest in Straubing, die Erlanger Bergkirchweih, das Karpfhamer Fest, das NĂźrnberger Volksfest, der Augsburger Plärrer, das WĂźrzburger Kiliani-Volksfest, die Regensburger Dult, die FĂźrther Michaeliskirchweih und der Hofer Schlappentag.
Bayern hat offiziell kein Landesfest, jedoch hat der Tag der Franken, der seit 2006 in Franken begangen wird, den Charakter eines Landesfesttags. Der NĂźrnberger Christkindlesmarkt ist ein Weihnachtsmarkt auf dem Hauptmarkt und gehĂśrt mit rund zwei Millionen Besuchern jährlichcite-ref-143[143] zu den grĂśĂten Weihnachtsmärkten Deutschlands und den bekanntesten weltweit.
Aushängeschild unter den traditionellen Dorfkirchweihfesten ist die Limmersdorfer Lindenkirchweih im oberfränkischen Thurnau (Landkreis Kulmbach), in deren Mittelpunkt der Tanz in der Lindenkrone zählt. Sie wird seit mindestens 1729 als fränkische Plankirchweih ununterbrochen durchgefßhrt. 2014 wurde sie deshalb als Sinnbild dÜrflicher fränkischer Festkultur als einer von 27 Bräuchen in Deutschland in die nationale Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Kartenspieltradition
Kleidung
Industriekultur
Mit der MaxhĂźtte (Sulzbach-Rosenberg) verfĂźgt Bayern Ăźber eines der bedeutendsten Industriedenkmale Europas. Die technik- und architekturhistorisch einmalige Anlage wird trotz bestehenden Denkmalschutzes teilweise demontiert. Aktuell wird versucht, das Industriedenkmal vor einem endgĂźltigen Abriss zu bewahren.cite-ref-sz-1418075-3-144-0[144]
SehenswĂźrdigkeiten
Bayern kann auf eine ßber 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurßckblicken. Laut Artikel 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat Bayern fÜrdert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit jährlich ßber 500 Millionen Euro, zusätzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Träger hinzu.
Die ersten Steinbauten in Bayern entstanden in der RĂśmerzeit. Beispielsweise wurde in WeiĂenburg eine rĂśmische Therme ausgegraben. Zeugnisse aus dem FrĂźhmittelalter gibt es nur wenige. Ein Beispiel ist jedoch die Krypta des Bamberger Doms aus der Zeit Kaiser Heinrichs II. Im Hochmittelalter wurden Augsburg, NĂźrnberg, WĂźrzburg und Regensburg zu wohlhabenden Handelsstädten. In Regensburg und NĂźrnberg entstanden wie in Italien mächtige GeschlechtertĂźrme. Der Regensburger Dom ist ein Hauptwerk der gotischen Architektur in SĂźddeutschland. Da die Steinerne BrĂźcke lange Zeit die einzige BrĂźcke zwischen Ulm und Wien an der Donau war, fĂźhrte sie den Handel hierher. Zu den historischen Stadtkernen gehĂśren neben den groĂen Städten auch Rothenburg ob der Tauber, DinkelsbĂźhl, Straubing und NĂśrdlingen. Die Stadt Landshut ist fĂźr die Martinskirche, den grĂśĂten Backsteinturm der Welt sowie fĂźr die Stadtresidenz mit ihren Renaissancemalereien bekannt. In Augsburg errichteten die Fugger die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt. Das Rathaus der Stadt gilt als das ParadestĂźck dieser Zeit. Zu den SehenswĂźrdigkeiten in MĂźnchen gehĂśren das Siegestor und die Antikensammlungen. In NĂźrnberg zählen die historischen SehenswĂźrdigkeiten der Altstadt, das Reichsparteitagsgelände aus der Zeit des Nationalsozialismus sowie das Memorium NĂźrnberger Prozesse zu den bedeutendsten touristischen Anlaufpunkten. Unter KĂśnig Ludwig II. entstanden Schloss Neuschwanstein, Schloss Linderhof und Herrenchiemsee.
Siehe auch
:
Liste von Burgen und SchlĂśssern in Bayern
und
Denkmäler in Bayern
UNESCO-Welterbe
Zum Welterbe der UNESCOcite-ref-145[145] innerhalb Bayerns gehĂśrt unter anderem seit 1981 die WĂźrzburger Residenz, ein Schlossbau des sĂźddeutschen Barocks, samt Hofgarten und angrenzendem Residenzplatz. Die bemerkenswert prächtig ausgestattete Wieskirche bei Steingaden wurde 1983 zum Welterbe erklärt. 1993 wurde die Altstadt von Bamberg zum Weltkulturerbe erklärt. Seit 2005 gehĂśrt der Obergermanisch-Raetische Limes, mit insgesamt 550 Kilometern Länge das längste Bodendenkmal Europas, zum Welterbe. Teil des Welterbes sind mehrere zum Limes gehĂśrende Bauten wie die Thermen in WeiĂenburg. 2006 wurde die Altstadt von Regensburg mit Altem Rathaus, Dom und Steinerner BrĂźcke aufgenommen, 2011 die prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen mit mehreren urgeschichtlichen Siedlungen, 2012 folgte das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth und 2019 das Augsburger Wassermanagement-System. Zuletzt eingeschrieben wurden 2025 die SchlĂśsser Ludwigs II.
Zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehĂśren seit 2003 die Bamberger Apokalypse, eine Handschrift des Klosters Reichenau, sowie seit 2013 das Lorscher Arzneibuch. Beide Schriften werden in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt. In der Bayerischen Staatsbibliothek in MĂźnchen liegen das 2003 aufgenommene Perikopenbuch Heinrichs II., die 2009 aufgenommene Hohenems-MĂźnchener Handschrift A, das 2003 aufgenommene Evangeliar aus dem Bamberger Dom, das 2003 aufgenommene Evangeliar Ottos III. und die 2005 aufgenommene Bibliotheca Corviniana. Eine Goldene Bulle (aufgenommen 2013) lagert im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, eine weitere im Staatsarchiv NĂźrnberg.
Museen
â
Hauptartikel
:
Liste der Museen in Bayern
und
Landesstelle fĂźr die nichtstaatlichen Museen in Bayern
Bayern ist mit rund 1300 Museen das museumsreichste Bundesland Deutschlands und eine der museumsreichsten Regionen des Kontinents.cite-ref-146[146] Zur vielfältigen Museumslandschaft zählen kunst- und kulturhistorische Museen, Burgen, SchlĂśsser und Gärten, archäologische und naturkundliche Sammlungen, Museen der Technik- und Industriegeschichte sowie Bauernhof- und Freilichtmuseen, die sich in staatlicher, kommunaler oder privater Trägerschaft befinden. Zu den grĂśĂten und bekanntesten gehĂśren das Germanische Nationalmuseum in NĂźrnberg und das Bayerische Nationalmuseum in MĂźnchen. GrĂśĂtes naturwissenschaftlich-technisches Museum der Welt ist das Deutsche Museum in MĂźnchen. Zu den grĂśĂten und bedeutendsten ihrer Art gehĂśren das seit 1976 bestehende Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim und das seit 1990 bestehende Fränkische Freilandmuseum in Fladungen. Einen wesentlichen Teil des Gemälde- und Kunstbesitzes des Freistaates Bayern betreuen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.
Bibliotheken und Archive
â
Hauptartikel
:
Staatliche Archive Bayerns
und
Liste der grĂśĂten Bibliotheken in Bayern
GrĂśĂte Bibliothek des Freistaates ist die Bayerische Staatsbibliothek in MĂźnchen. Sie ist die zentrale Landesbibliothek Bayerns und eine der bedeutendsten europäischen Forschungs- und Universalbibliotheken mit internationalem Rang. Mit 10,22 Millionen Medieneinheiten ist sie die drittgrĂśĂte Bibliothek Deutschlands und besitzt eine der grĂśĂten Sammlungen im deutschsprachigen Raum. GrĂśĂte Universitätsbibliothek ist die Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität MĂźnchen. Ălteste Ăśffentliche Bibliothek ist die Stadtbibliothek NĂźrnberg, grĂśĂte die MĂźnchner Stadtbibliothek. Die zweitgrĂśĂte Bibliothek Bayerns ist die Bibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-NĂźrnberg. Um die Versorgung mit wissenschaftlicher Literatur in allen Regionen zu gewährleisten, existieren zehn staatliche Regionalbibliotheken, die grĂśĂte ist die Staatsbibliothek Bamberg.
Das Bayerische Hauptstaatsarchiv in MĂźnchen ist das grĂśĂte bayerische Staatsarchiv und aufgrund der langen staatlichen Existenz Bayerns auch eines der bedeutendsten Archive in Europa. Daneben gibt es zahlreiche andere Staatsarchive.
Tier- und Wildparks
(Auswahl)
⢠Zoo Augsburg
⢠Tierpark Hellabrunn, Mßnchen
⢠Wildpark Tambach, Coburg
⢠Wildpark Poing
⢠Wildpark Eslarn
Gartenschauen
In Bayern fand zweimal die Bundesgartenschau statt: Die Bundesgartenschau 1983, die mit der Internationalen Gartenbauausstellung zusammenfiel, und die Bundesgartenschau 2005, die beide jeweils in MĂźnchen stattfanden.
Bayern konzipierte als eines der ersten Bundesländer eine eigene Landesgartenschau, die erstmals 1980 zusammen mit dem Land Baden-Wßrttemberg in Neu-Ulm/Ulm stattfand.
MĂźnzen
Seit 2006 erscheinen jährlich 2-Euro-Gedenkmßnzen mit einem Motiv des Landes, das den Präsidenten des Bundesrates stellt. 2012 war dies Bayern, somit wurden mit dem Ausgabedatum 3. Februar 2012 rund 30 Millionen 2-Euro-Mßnzen mit dem Schloss Neuschwanstein als Motiv geprägt, die als offizielles Zahlungsmittel im Umlauf sind und beim Mßnzen sammeln beliebt sind.
Feiertage
Neben den bundesweit gĂźltigen Feiertagen Neujahr (1. Januar), Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag, Tag der Arbeit (1. Mai), Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag und Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) sowie 1. und 2. Weihnachtsfeiertag (25./26. Dezember) gibt es im Freistaat Bayern gemäà dem Gesetz Ăźber den Schutz der Sonn- und Feiertage noch weitere Feiertage.cite-ref-147[147] In ganz Bayern als Feiertag gĂźltig sind Heilige Drei KĂśnige (6. Januar), Fronleichnam und Allerheiligen (1. November). Aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums im Jahr 2017 war der Reformationstag am 31. Oktober 2017 ein einmaliger gesetzlicher Feiertag. Mariä Himmelfahrt (15. August) ist nur in Gemeinden mit Ăźberwiegend katholischer BevĂślkerung ein gesetzlicher Feiertag. Das Augsburger Friedensfest (8. August) ist nur in der Stadt Augsburg ein gesetzlicher Feiertag. Ebenso ist der Schlappentag nur in der Stadt Hof ein Feiertag. BuĂ- und Bettag war bis 1994 Feiertag. Seitdem ist der Tag zwar Werktag, jedoch haben SchĂźler unterrichtsfrei.
Mit zwÜlf landesweit gßltigen Feiertagen ist Bayern das Bundesland mit den meisten Feiertagen, inklusive Mariä Himmelfahrt sind es in katholischen Gebieten 13 Feiertage, in Augsburg sind es 14.
Neben den Feiertagen sind stille Tage, an denen besondere Einschränkungen zu beachten sind, festgelegt. Es sind Ăśffentliche Unterhaltungsveranstaltungen verboten, die nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen, beispielsweise herrscht an Karfreitag Tanzverbot. Die stillen Tage in Bayern sind Aschermittwoch, GrĂźndonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, Volkstrauertag, Totensonntag, BuĂ- und Bettag sowie der Heilige Abend (24. Dezember).cite-ref-148[148]
Bildung
Schulsystem
Es sind etwa 5500 Schulen im Freistaat Bayern vorhanden, die nach dem Bayerischen Gesetz ßber das Erziehungs- und Unterrichtswesen arbeiten. Es folgt nach der vierjährigen Grundschule das dreigliedrige Schulsystem mit Mittelschule, Realschule und Gymnasium mit Abitur nach der 13. Klasse. Ab der 7. Klasse gibt es die MÜglichkeit, die Wirtschaftsschule, und ab der 10., die Berufliche Oberschule (Fachoberschule und Berufsoberschule) mit Erlangung des bayerischen Abiturs nach der 13. Klasse zu besuchen.
SchĂźler mit einem Abschlusszeugnis der Realschule, der Wirtschaftsschule oder des M-Zuges an Mittelschulen kĂśnnen an ausgewählten Gymnasien in so genannte EinfĂźhrungsklassen und bei erfolgreichem Bestehen in die 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Ăźbertreten.cite-ref-einf-hrungsklasse-151-0[151] Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Ăbertritt in die 11. Klasse auch ohne Besuch der EinfĂźhrungsklasse bzw. ein Ăbertritt in die reguläre 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums mĂśglich.cite-ref-einf-hrungsklasse-151-1[151] Hinzu treten sonderpädagogische FĂśrderschulen sowie Schulen fĂźr Kranke. Das Schulsystem ist generell durchlässig, und jedem SchĂźler steht mit jedem erreichten Abschluss der Weg zum nächsthĂśheren schulischen Abschluss offen.cite-ref-152[152]
Als Schulen besonderer Art sind in Bayern fßnf Gesamtschulen vorhanden. Ferner gibt es in Bayern zahlreiche Internate, Privatschulen sowie Einrichtungen des zweiten Bildungswegs. Eine Besonderheit im bayerischen Bildungswesen sind Schulvorbereitende Einrichtungen fßr Kinder mit sonderpädagogischem FÜrderbedarf, die es in dieser Form in keinem anderen Bundesland gibt. Weitere Besonderheiten des bayerischen Schulsystems sind Jahrgangsstufentests, Absentenheftfßhrer sowie das Elitenetzwerk Bayern zur akademischen Spitzenausbildung.
In den von der OECD durchgefĂźhrten PISA-Studien erreichen die SchĂźler Bayerns regelmäĂig Spitzenplätze.cite-ref-faz-1899865-153-0[153]
Im gesamtdeutschen Bildungsvergleich liegt Bayern (Stand 2019) auf dem zweiten Platz hinter Sachsen.
Universitäten und Hochschulen
In Bayern existieren neun staatliche Universitäten des Freistaates sowie die Universität der Bundeswehr Mßnchen. Bis 1962 existierten lediglich vier Universitäten in Mßnchen (LMU, TUM), Wßrzburg und Erlangen (ab 1966 Erlangen-Nßrnberg). Zwischen 1962 und 1975 wurden in Regensburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth und Passau fßnf weitere durch den Freistaat gegrßndet. Hinzu kam 1973 noch die neu gegrßndete Bundeswehruniversität. Seit 2018 befindet sich mit der Technischen Universität Nßrnberg die zehnte staatliche Universität im Aufbau.
LMU und TUM sind seit 2006 durchgängig Exzellenzuniversitäten im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder.
Daneben gibt es 18 staatliche Fachhochschulen in Bayern, wie in Aschaffenburg, Hof, Landshut, Kempten und Nßrnberg, die zwischen 1971 und 1996 gegrßndet wurden. Darßber hinaus existiert mit der 1980 gegrßndeten Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine kirchliche Universität, sowie vier weitere private bzw. kirchliche Hochschulen und zehn Kunsthochschulen.
Auch unterhält Bayern Zentren zur akademischen Kooperation sowie zur Koordination der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Hochschulen und Unternehmen wie das Bayerische Hochschulzentrum fßr China (BayCHINA) in Bayreuthcite-ref-154[154] oder das Bayerisch-Indische Zentrum fßr Wirtschaft und Hochschulen (BayIND) in Hof.cite-ref-155[155]
Sport
Ballsportarten
Zu den beliebtesten Sportarten gehĂśrt der FuĂball. Der Bayerische FuĂball-Verband zählt rund 1,5 Millionen Mitgliedercite-ref-156[156] und ist damit der mitgliederstärkste Verband des Deutschen FuĂball-Bunds. International bekannt ist der FC Bayern MĂźnchen, er ist Rekordmeister der FuĂball-Bundesliga, der er seit 1965 angehĂśrt, und darĂźber hinaus mehrfacher Gewinner von internationalen FuĂballwettbewerben wie der UEFA Champions League. Ebenfalls in der hĂśchsten deutschen Spielklasse spielt seit 2011 der FC Augsburg. In der zweithĂśchsten Spielklasse, der 2. FuĂball-Bundesliga, spielen aktuell zwei bayerische Vereine: der neunfache deutsche Meister und langjährige Rekordmeister 1. FC NĂźrnberg, der dreifache deutsche Meister SpVgg Greuther FĂźrth. In der Saison 2023/24 spielen der langjährige Erstligist TSV 1860 MĂźnchen, der FC Ingolstadt 04, der SSV Jahn Regensburg und die SpVgg Unterhaching in der 3. FuĂball-Liga. Der 1. FC NĂźrnberg belegt bei der Anzahl der gewonnenen Meistertitel den zweiten Platz.
Bei den Frauen ist ebenfalls die Mannschaft des FC Bayern MĂźnchen, deutscher Meister 1976, 2015, 2016 und 2021, in der Bundesliga vertreten. Zudem spielte in der Saison 2023/24 der 1. FC NĂźrnberg ebenfalls erstklassig.
Im Volleyball sind in der 1. Bundesliga die Herren des ASV Dachau, von WWK Volleys Herrsching und dem TSV Unterhaching aktiv. Der mehrmalige deutsche Meister der Frauen Rote Raben Vilsbiburg spielt in der 2. Bundesliga Pro.
Die Basketballmannschaften Bamberg Baskets, Bayern MĂźnchen und WĂźrzburg Baskets spielen in der hĂśchsten deutschen Spielklasse. Die Bamberger Mannschaft wurde als TSK Bamberg (2003â2006) sowie als Brose Bamberg (2006â2023) 2005, 2007, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2015 deutscher Meister und 2010, 2011 und 2012 Pokalsieger. Im Damen-Basketball konnte die in der 1. Bundesliga spielende Mannschaft des TSV Wasserburg in den Jahren 2004 bis 2007 den deutschen Meistertitel erringen und wurde zudem 2005 bis 2007 deutscher Pokalsieger.
Derzeit (Saison 2023/24) ist der HC Erlangen (Bundesliga) der hĂśchstklassig spielende Handballverein der Männer im Freistaat Bayern. Die Handballabteilung des TV GroĂwallstadt aus dem Landkreis Miltenberg spielte lange Jahre in der 1. Handball-Bundesliga und spielt heute in der 2. Bundesliga, in der auch der HSC 2000 Coburg vertreten ist. Bekannt, wenn auch ebenso nicht mehr erstklassig, sind die MĂźnchener Vereine TSV Milbertshofen und MTSV Schwabing.
Im Damenhandball ist der 1. FC NĂźrnberg das erfolgreichste bayerische Team. In der jĂźngeren Vergangenheit wurden sie 2005, 2007 und 2008 Deutscher Meister und stieĂen 2007/2008 bis in die Hauptrunde der EHF Champions League vor.
Jedes Jahr findet in Mßnchen das Tennisturnier ATP Mßnchen statt. Fßr weibliche Tennisspieler findet seit 2013 jährlich das WTA Nßrnberg in Nßrnberg statt.
Bayern steht mit 163 Golfplätzen deutschlandweit an der Spitze. Stand 2008 waren 110.000 aktive Golfer registriert.cite-ref-157[157]
Im Baseball haben in den vergangenen Jahren immer mehr Mannschaften erfolgreich in der 1. und 2. Baseball-Bundesliga gespielt. Dazu zählt unter anderem der deutsche Meister der Saison 2008, 2010 und 2011, die Regensburg Legionäre. Zu den weiteren erfolgreichen bayerischen Teams gehĂśren die Gauting Indians, die Ingolstadt Schanzer und die Haar Disciples. Auf Landesverbandsebene gehĂśren unter anderem die Augsburg Gators, die Erlangen White Sox, die FĂźrth Pirates, die Deggendorf Dragons und die Garching Atomics zu den bayerischen Vereinen. Mit rund 60 angemeldeten Vereinen ist der Bayerische Baseball- und Softball-Verband (BBSV) einer der grĂśĂten in Deutschland.
Auch im American Football ist Bayern mit einigen Mannschaften in den hÜchsten Spielklassen vertreten. In der German Football League spielen die Munich Cowboys, die Straubing Spiders, die Ingolstadt Dukes und die Allgäu Comets aus Kempten.cite-ref-158[158] In der zweithÜchsten Spielklasse, GFL2, sind drei bayerische Mannschaften vertreten, die Kirchdorf Wildcats, Regensburg Phoenix und die Fursty Razorbacks.cite-ref-159[159] Im Damenfootball sind die Munich Cowboys Ladies und die Erlangen Rebels in der Bundesligacite-ref-160[160] vertreten, sowie die Allgäu Comets Ladies und die Regensburg Phoenix Ladies in der zweiten Liga.cite-ref-161[161] Mit den Munich Ravens ist auch ein bayerisches Team in der europäischen Footballliga European League of Football (ELF) vertreten.
Korbball wird vor allem in Franken, aber auch im Allgäu gespielt. Schweinfurt gilt seit 1937 als Zentrum des Korbballs.cite-ref-162[162] In der Region nehmen mehr als 80 Vereine am Spielbetrieb teil.cite-ref-163[163]
Wintersport
Speziell im alpinen Raum hat der Wintersport eine traditionell groĂe Bedeutung. Die Bayerischen Alpen bieten gĂźnstige Bedingungen fĂźr den Ski-Rennlauf. Die herausragenden Vertreter dieser Sportart sind Mirl Buchner, Heidi Biebl, Rosi Mittermaier, Marina Kiehl, Christa Kinshofer, Martina Ertl, Hilde Gerg, Maria HĂśfl-Riesch, Franz PfnĂźr und Markus Wasmeier. Aus dem Biathlon-Bundesleistungszentrum in Ruhpolding gingen zahlreiche Gewinner internationaler Wettbewerbe hervor, die bekanntesten unter ihnen sind Fritz Fischer, Michael Greis, Uschi Disl, Martina Glagow und Magdalena Neuner. Im Langlauf erreichten Tobias Angerer und Evi Sachenbacher-Stehle bedeutende Resultate.
In Bayern gibt es fĂźnf Eishockey-Vereine in der Deutschen Eishockey Liga; die Augsburger Panther, den ERC Ingolstadt, den EHC Red Bull MĂźnchen, die NĂźrnberg Ice Tigers und die Straubing Tigers. In der DEL2 spielen die Mannschaften des EV Landshut, des ESV Kaufbeuren, des EV Regensburg, der Starbulls Rosenheim und der Selber WĂślfe. In der Oberliga SĂźd sind zehn von 13 Mannschaften aus Bayern. Ein besonders durch seine Nachwuchsarbeit bekannter Verein ist der EV FĂźssen.
Vor allem im Gebiet des Oberallgäuer Orts Oberstdorf und in Garmisch-Partenkirchen finden zahlreiche Sportveranstaltungen statt, etwa die ersten beiden Springen der Vierschanzentournee. In Garmisch fanden die Olympischen Winterspiele 1936 statt. Auch zahlreiche Welt- und Europameisterschaften, etwa im Bereich Rennrodeln, Eiskunstlauf, Curling oder Skiflug, fanden dort statt.
Siehe auch
:
Eishockey in Bayern
Weitere Sportarten
Nicht zuletzt durch den Dokumentarfilm Am Limit wurden die Sportkletterer Thomas und Alexander Huber einem grĂśĂeren Publikum ein Begriff. Auch frĂźher waren Bayern unter den weltbesten GipfelstĂźrmern, unter anderen Johann Grill, Josef Enzensperger, Otto Herzog, Anderl Heckmair oder Toni Schmid. Bouldern wurde unter anderem durch den NĂźrnberger Wolfgang Fietz bekannt und wird indoor und im Klettergebiet NĂśrdlicher Frankenjura und Klettergebiet Kochel betrieben.
brauchtumssportarten In Bayern haben sich einige Brauchtumssportarten wie Fingerhakeln und EisstockschieĂen erhalten, die in organisierten Ligen betrieben werden. Auch das Sautrogrennen gehĂśrt zu den bayerischen Brauchtumssportarten. Besondere Beliebtheit erfreut sich diese Sportart im SĂźden Bayerns an den FlĂźssen Donau, Iller, Isar und Lech. In Franken wird anlässlich von Volksfesten in den meist noch vorhandenen Ăśrtlichen Dorf- bzw. LĂśschwasserteichen diesem Sport gehuldigt. Unter grĂśĂter Belustigung der Zuschauer werden ernste regionale und Ăźberregionale Meisterschaften bestritten, seit 2010 in Schwarzenbach an der Saale sogar echte Weltmeisterschaften.cite-ref-164[164]
Im Bereich des Motorsports gibt es die alljährlichen Tourenwagenrennen zur DTM auf dem Norisring in NĂźrnberg-Dutzendteich. Speedwayrennen gibt es in Landshut, Pocking, Abensberg und Olching, Sandbahnrennen in MĂźhldorf am Inn, Pfarrkirchen, Vilshofen, Dingolfing und Plattling. In Inzell finden internationale Eisspeedwayrennen statt. SportschieĂen wird in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Bogen, Wurfscheibe, Laufende Scheibe und Armbrust im gesamten Land ausgeĂźbt. Die SportschĂźtzen stellen mit dem Bayerischen SportschĂźtzenbund (BSSB) den viertgrĂśĂten Sportfachverband im Land. Viele bayerische Teilnehmer bei Olympischen Spielen konnten Erfolge erzielen.
Im Schach ist Bayern mit der Schachabteilung des FC Bayern Mßnchen sowie dem MSA Zugzwang 82 in der Schachbundesliga vertreten. Während Bayern Mßnchen neunmal die deutsche Meisterschaft gewinnen konnte, ist der Mßnchener SC 1836 achtmaliger deutscher Meister und zugleich der älteste Sportverein Bayerns. Zudem konnte der fränkische SC 1868 Bamberg dreimal die Meisterschaft erringen.
Im Tanzsport ist das Rot-Gold-Casino Nßrnberg einer der erfolgreichsten Vereine weltweit. So tritt der amtierende Einzelweltmeister Latein fßr das RGC Nßrnberg an.cite-ref-165[165] Im Formationstanz stellt der Verein im Bereich Standard den amtierenden Vize-Europameister,cite-ref-166[166] sowie im Bereich Latein die beste Mannschaft Bayerns.cite-ref-167[167] Darßber hinaus sind viele weitere Tänzerinnen und Tänzer fßr den Verein in verschiedenen Leistungsklassen erfolgreich.
Viele Turnvereine haben in Bayern eine lange Tradition. Das Landesleistungszentrum war in Nßrnberg, wurde aber mit dem Bundesleistungszentrum in Frankfurt am Main zusammengelegt. Zentren sind Augsburg, Wßrzburg, Schweinfurt, Nßrnberg, Landshut, Passau und Rosenheim. Bayerische Turnerinnen belegten in den 1920er-Jahren oftmals weltweit Spitzenplätze.cite-ref-168[168] Seit 2000 gibt es fßr Kinder eine Bayerische Kinderturnolympiade.cite-ref-kto-169-0[169]
Siehe auch
:
Bleiplattln
und
Liste von Kegelbahnen in Bayern
Statistik und Studien
Kriminalitätsrate
Im deutschlandweiten Vergleich weist Bayern eine sehr niedrige Kriminalitätsrate auf. 2017 wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik 4.868 Straftaten pro 100.000 Einwohner registriert. Das war der niedrigste Wert unter allen Bundesländern.cite-ref-170[170]
Privatinsolvenzen
Bayern hatte 2017 unter allen Bundesländern die niedrigste Quote an Privatinsolvenzen. Auf 100.000 Bßrger gerechnet waren nur 86 zahlungsunfähig. Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 123 privaten Insolvenzen je 100.000 Einwohner. In Bremen waren es mit 212 am meisten.cite-ref-171[171]
Siehe auch
Literatur
Bibliographien und Periodika
⢠Institut fßr Bayerische Geschichte: Einfßhrende Bibliographie zur Geschichte Bayerns (Zusammenstellung grundlegender Literatur und Quellensammlungen; PDF; 51 kB).
⢠Bayerische Bibliographie
Monographien
in der Reihenfolge des Erscheinens
⢠Max Spindler (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. C.H. Beck, MĂźnchen 1967â1975 (4 Bände).
⢠Neuausgabe. C.H. Beck, MĂźnchen 1981â2007.
⢠Bd. 1: Franz BrunhÜlzl: Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. 1981, ISBN 3-406-07322-0.
⢠Bd. 2: Dieter Albrecht: Das alte Bayern. Der Territorialstaat vom Ausgang des 12. Jahrhunderts bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 2., verbesserte Aufl. 1988, ISBN 3-406-32320-0.
⢠Bd. 3: Franken, Schwaben, Oberpfalz bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts.
⢠Teilband 1: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 3., neu bearbeitete Aufl. 1997, ISBN 3-406-39451-5.
⢠Teilband 2: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 3., neu bearbeitete Aufl. 2001, ISBN 3-406-39452-3.
⢠Teilband 3: Geschichte der Oberpfalz und des bayerischen Reichskreises bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 3., neu bearbeitete Aufl. 1995, ISBN 3-406-39453-1.
⢠Bd. 4: Alois Schmid (Hrsg.): Das neue Bayern, von 1800 bis zur Gegenwart.
⢠Teilband 1: Staat und Politik. 2., vollständig ßberarbeitete Aufl. 2003, ISBN 3-406-50451-5.
⢠Teilband 2: Die innere und kulturelle Entwicklung. 2., vollständig ßberarbeitete Aufl. 2007, ISBN 978-3-406-50925-4.
⢠Max Spindler (Hrsg.), Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Bayerischer Schulbuchverlag, Mßnchen 1969.
⢠Karl Bosl (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 7: Bayern (= KrÜners Taschenausgabe. Band 277). KrÜner, Stuttgart, 3. Aufl. 1981, ISBN 3-520-27703-4.
⢠Wilhelm Volkert, Richard Bauer: Handbuch der bayerischen Ămter, Gemeinden und Gerichte: 1799â1980. C.H. Beck, MĂźnchen 1983, ISBN 3-406-09669-7.
⢠Peter Claus Hartmann: Bayerns Weg in die Gegenwart. Vom Stammesherzogtum zum Freistaat heute. Pustet, Regensburg, 2. Aufl. 2004, ISBN 3-7917-1875-4.
⢠Gerald Huber: Lecker derbleckt. Eine kleine bairische Wortkunde. Societätsverlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-7973-1100-9.
⢠Franz X. Bogner: Bayern aus der Luft. Stßrtz, Wßrzburg 2009, ISBN 978-3-8003-4014-9.
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Weblinks
⢠Webpräsenz der Bayerischen Staatsregierung
⢠BayernPortal â zentrales E-Government-Portal des Bayerischen Staatsministeriums fĂźr Digitales
⢠Bayerische Landesbibliothek Online
⢠Literaturportal Bayern
⢠Museumsportal Bayern
⢠Haus der Bayerischen Geschichte
⢠BayernAtlas â detaillierte Karten flächendeckend
⢠bavarikon â Kunst-, Kultur- und Wissensschätze Bayerns
⢠Literatur ßber Bayern im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
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48.94944444444411.395coordinatesKoordinaten: 48° 57ⲠN, 11° 24ⲠO